Einerseits soll das Interieur so original bleiben, andererseits darf es auch gerne Spotify geben. Was tun?
OK, nach 40 Jahren sind die Pappen durch. Wenn es nicht um die ultimative Erhaltung jedes Kleinteiles geht, schmeiße ich die Altteile raus und ersetze die Chassis durch moderne Komponenten.
Soll es doch eine Reparatur werden, dann müssen immer die Sicken erneuert werden: https://selbermachen.de/wohnen/lautsprecher-reparatur-sicken-austauschen und die Pappe ertüchtigt werden. Für letzteres empfehle ich eine wässrige Lösung aus wasserfestem Holzleim. Damit bestreicht ihr die Papp-Membrane. Nach dem Austrocknen verleiht die Lösung der Membrane wieder eine gute Steifigkeit und Schutz vor Feuchtigkeit.
Jetzt stellt sich die Frage:
Vorab ein Tipp: Die chromblinkenden 1500Watt-Monster für 19,99€ im 4er Pack taugen nichts. Zum einen gibt es gute Qualität nie geschenkt und zum Anderen ist alles über 100Watt sowieso gelogen. Eine einfache Gedankenspielerei. Ein Industriefön hat eine spezielle Wicklung die mit bis zu 1500Watt beheizt wird. Wäre das ein Lautsprecher, würde er brennen. Die hohen Leistungen sind rein theoretisch ultrakurze Peak-Leistungen, die dann auch noch beschönigt hochgerechnet werden. Dagegen wären echte 50 Watt Sinus so laut dass ihr um Gnade flehen würdet.
Brauche ich mehr als einen ovalen Breitbänder, so wie mein alter /8er einen hatte? Ja, ganz eindeutig. Stellt sich jetzt die Frage wie viele und wohin
Macht es euch einfach, ein Auto wird nie ein Konzertsaal, aber auch nicht zu leicht. Der eigentlich ideale Einbauort wäre stehend auf der Heckablage. Eine unsichtbare Installation wird aber kaum möglich sein. In den meisten Fällen liegen die Chassis in den Türen „versteckt“, also lassen wir es dabei. Das wird original aussehen und trotzdem sehr gut klingen.
Dazu einfach die alten Teile ausbauen, die Maße abnehmen (nicht die Tiefe vergessen) und im Fachhandel Ersatz ordern. Was sollen die Dinger leisten? Erstaunlich wenig. Kauft ordentliche Breitbänder. Wir brauchen ein Frequenzband von etwa ab 150Hz bis 4KHz. Für die Mucke über 4K brauchen wir daher brauchbare Hochtöner und eine 12DB Frequenzweiche. Ach ja, nach Unten brauchen wir auch noch was. Das kommt später.
Achtet beim einbau der neuen Lautsprecher darauf das nichts scheppert. Dafür gibt es eine dauer-elastische Masse. Diese dichtet und verhindert Vibrationsgeräte. Solange die Funktion der Scheibe nicht beeinflusst wird, ist es auch ratsam den Resonanzraum Tür etwas zu pimpen. Wenn nicht schon passiert, verklebt Anti-Dröhn, oder Resonanz-platten innen an das Türblech. Dämm-wolle oder Dämm-Matten sind gefährlich. Zum Einen kann sich darin die Mechanik der Seitenscheibe verfangen, zum Anderen ziehen solche Materialien gerne Wasser. Das würde zu Rostbildung führen. Keine gute Idee.
Bein einigen Fahrzeugen wird der Lautsprecher nur mit der dünnen Türpappe verschraubt. Hier empfehle ich eine stabilisierende Kevelar-Platte von hinten auf die Türverkleidung zu kleben. Das bringt dem Gebilde mehr Stabilität und der Lautsprecher versetzt sich nicht selbst in ungewollte Schwingungen.
Die Hochtöner irgendwo im Fußraum zu platzieren ist leicht, nahezu unsichtbar und akustisch so gut wie nutzlos. Wer hört schon mit den Füßen. Es gibt sehr gute Tweeter kleiner Bauart, die sich in den A-Säulen verstecken lassen. Das ist deutlich mehr gefummel, als einfach ein 2-Wege-System in die Tür zu nageln, klingt dafür aber nach Musik und nicht nach Schnupfen.
Dann fehlt noch ein Bass/Subwoofer. Da dieser nicht stehen muss, können wir mit etwas Geschick, die Heckablage umbauen. Ich habe eine einfachere Version gewählt. Da ich persönlich selten die hintere Sitzbank benötige, habe ich mir aus zwei KT Abfluss-Rohren mit ca 20cm Durchmesser und 40cm länge zwei Woofer-Boxen gebaut. Diese legen im hinteren Fußraum und sind mit Stecker am Verstärker verbunden. Brauche ich den Platz, wandern die Teile in den Kofferraum. Zu viert im Auto brauche ich sowieso keine Musik :)
Bis jetzt war viel handwerkliches dabei. Aber ohne gute Lautsprecher, brauchen wir über ein besseres Radio nicht nachdenken.
Gehen wir mal in die Vollen. Aus Designgründen bleibt das Radio, oder wird durch ein Edel-teil aus der Ära des Fahrzeugs ersetzt. Später brauchen wir das Radio nur noch für den Verkehrsfunk und damit es nicht durch das Loch in der Mittelkonsole zieht.
Entweder im Kofferraum oder unter dem Armaturenbrett verbaue ich jetzt einen Soundprozessor mit extra Audio-Eingang oder Bluetooth und Fernbedienung - idealerweise mit Smartphone-App zum steuern. Das Radio wird konventionell am Verstärker installiert und dieser mit den neuen Lautsprecher verbunden. Damit sollte der Klang eindeutig besser als im Original sein.
Es geht aber noch weiter. Verstärker mit mehreren Eingängen erkennen meist welcher Eingang aktiv ist. Sollte ich also mein Handy via Bluetooth oder Kopfhörerbuchse mit dem Verstärker verbinden, überträgt dieser das Signal des Handys. So bekomme ich Spotify und Co im Oldie zum klingen.
Jetzt schaut euch noch nach einem 7„ Tablet um und überlegt euch eine unauffällige Halterung. Im Appstore gibt es genügend Apps die uns das Tablet zum Multimedia-Tool aufbohren. Inklusive ODB2, Navi und Videoplayer. Bei Bedarf holt das Tablet aus dem Handschuhfach und wenn ihr über den edlen Rasen zur Concours-Wertung rollt, verstaut ihr das Teil wieder.
…aber auch nicht übel. Es gibt sogenannte FM-Übertrager. Dieses Teil wir meist in den Zigarettenanzünder gesteckt. Danach sucht man sich eine Übertragungsfrequenz, stellt sein Radio auf diese Frequenz ein und man hört im Radio alles was von diesem Übertrager gesendet wird. Wie eine kleine Radiostation. Kopple ich jetzt mein Handy mit dem Übertrager, habe ich ohne Umbaumaßnahmen alle Funktionen meines Smartphones ins Radio übertragen. Diese Variante eignet sich für Fahrzeuge, die schon über eine ausreichend gute Audio-Anlage verfügen.
https://thatsnerdalicious.com/best-fm-transmitters-for-cars/