Die Hauptaufgabe eines Stoßfängers ist es, Stöße abzufangen. Das hinterlässt Kratzer und Beulen. Beim X308 kommen dazu noch die Chromapplikationen auf die Mängelliste. Diese verchromten Plastik-Teile leiden oft an Kontaktproblemen mit der Chromschicht. Das Ergebnis sieht aus wie eine Rostunterwanderung - eine rein kosmetische Operation.
Der Stoßfänger wird von zwei Schrauben getragen. Wir nehmen die Blinker heraus und ziehen die Stecker ab und lösen die beiden Schrauben, mit denen der Rahmen an der Karosserie befestigt ist. Am besten zu Zweit, ziehen wir den Stoßfänger von den Führungen in den Flügeln nach hinten, achten dabei auf weitere Kabel. Trennen Sie die elektrischen Steckverbinder (falls vorhanden).
Der hintere Stoßfänger ist auf die gleiche Weise wie vorne montiert. Wir lösen die beiden Schrauben und ziehen den Stoßfänger von den Führungen in den Flügeln nach vorne ab. Achtet auf die Kabel.
Jetzt kommt das übliche Programm. Reinigen, schleifen, spachteln, wieder schleifen, grundieren, (wieder spachteln, schleifen, grundieren) und zum Schluss lackieren.
Blöd wird's, wenn das Material versagt.
Ich hatte über Ebay ein 3-er Set Spraydosen gekauft. Mit der Grundierung war ich sehr zufrieden. Hingegen war das Spritzbild der Farbe sehr ungleichmäßig und gespuckt hat der Spritzkopf dann auch noch. Aber zum Glück hatte ich zuerst die oberen sichtbaren Stellen lackiert. Untenrum war es dann nicht mehr so perfekt, aber grenzwertig akzeptable. Dann kam der dritte Player ins Spiel, der Klarlack. Die Dose gab so etwa 4-5 Sprühschüsse ab und versagte ihren Dienst. Das innere Ventil der Dose war verstopft. Da half weder ein neuer Sprühkopf noch irgendwelches Herumstochern in der Düse. Das Teil war kaputt - und damit auch meine Arbeit. Jetzt darf ich nämlich den ganzen Schmodder wieder bis zur Grundierung runterschleifen. Die Kommunikation mit dem Händler war sehr dürftig. Ich warte noch heute auf irgendeine Rückmeldung.
Üblicherweise lackiere ich größere Stellen mit der Pistole. Aber auch eine gute Sprühdose liefert gute Ergebnisse.
Handhabung der Sprühpistole und der Sprühdose:
Meine Pistole (kleine Düse) arbeitet an besten bei 1,5 bis 2 Bar Druck. Bei der Arbeit nie auf den Wasserabscheider verzichten. Bevor ich an das Bauteil gehe, sprühe ich die ersten Stöße auf ein Probestück. So sehe ich, ob sich Druck, Düse und Viskosität vertragen. Ist das Ergebnis gut, kann es losgehen.
Arbeite ich mit einer Dose, achte ich auf:
…den Sprühkopf. Es gibt Punkt- und Flächensprüher. Wie der Name schon vermuten lässt, ist der flächensprüher für größere Bereiche besser geeignet. Den rechteckigen Kopf kann man drehen. Ich stelle ihn gerne senkrecht. Beim Betätigen des Kopfes achte ich darauf, nie nach vorne zu drücken. Den Druck immer nach unten richten, mit einem kleinen Zug nach hinten.
Beim Sprühvorgang nie abrupt absetzten. Entweder man sprüht über die Grenzen des Objekts hinaus, oder man beherrscht die Stoßsprühtechnik, in der man in der Bewegung den Sprühvorgang stoppt. Bleibe ich nur einmal wärend des Sprühens zu lange an einem Platz stehen, habe ich ein unsauberes Sprühbild, oder sogar eine Rotznase.
Immer wenn ich einen neueren Oberklasse-Mercedes sehe, fällt mir dessen Orangenhaut auf. Im Besonderen der schwarze Lack verzeiht nichts. Im Sonnenlicht kann man heutzutage bei den meisten Fahrzeugen erkennen, dass die Klarlack-Oberfläche beim Auftragen nicht vollständig eben ist. Ein Jaguar der End-90er sieht aus wie kandiert. Das bekomme ich mit der Dose nie hin, daher gönne ich mir etwas mehr Lack und schleife mich meinem Wunschergebnis an. Dazu nehme ich 5000 bis 7000 Nassschleifpapier und zum Schluss Polierpaste und drei Schichte Liquid Glass. Viel Arbeit, aber ich bin mit dem Ergebnis zufrieden.