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nolink

Endlich mal wieder ein altes Auto zum wieder schön machen in der Garage. Nachdem die technische Bestandsaufnahme positiv endete und alle nötigen Arbeiten getan oder vergeben sind, kann ich mich um die Kosmetik kümmern.
Allem voran stört mich der Fahrersitz. Durch über 20 Jahren Betrieb ist das Leder schmutzig, stellenweise verhärtet und an einer Stelle ziemlich abgenutzt. Doch zum Glück ist das Alles nur oberflächlich. Also gehen wir es an:

Bestandsaufnahme

Klick mich zum Vergrößern Auf diesem Bild sieht man recht gut wie die Wange des Fahrersitzes gelitten hat. Sieht schlimm aus, ist aber nichts Wildes. Die Farbschicht ist teilweise verschwunden und das darunter frei gelegte Leder fühlt sich an wie feines Wildleder. Zwei tiefere Falten sind zu sehen, aber keine Risse oder Löcher.

Vorarbeiten

Zuerst muss das Leder gereinigt werden. Dazu brauche ich:

  • Fettlösespray - Ich verwende ein Spray zum Reinigen von Grillgeräten aus dem Großküchenzubehör
  • Spülmittel
  • Spüllappen
  • Ein Haushalts-Putzschwamm mit Glitzi-Härtegrad 1 oder 2
  • klares Wasser aus der Blumenspritze
  • Ein Frottee-Handtuch
  • Professioneller Leder-Reiniger
  • Luftdruckpistole

Grob vorreinigen

Mit dem Luftdruck blase ich alle Spalten und Kederfugen aus. Danach entferne ich mit ein wenig Spülmittel im Wasser die wasserlöslichen Verunreinigungen von den Oberflächen. Mit dem Handtuch gut abtrocknen, damit kein Wasser in das Leder eindringen kann. Jetzt den Sitz gut abtrocknen lassen.

Tief reinigen

Ein wenig Fettlöser auf die rauhe Seite des Glitzi-Schwamm und an einer ausgewählten Stelle testen ob sich die Farbe des Sitzes mit dem Reiniger verträgt. Es darf eine minimale Verfärbung auf dem Schwam zu sehen sein. Die alte Farbe soll ja sauber werden, entefettet sein und aufnahmebereit für die neue Farbe werden. Verfärbt sich der Schwamm zu stark, ist der Entfetter zu aggressiv.

Mit mäßigen Druck den Sitz gut reinigen. Einen Bereich säubern und dann mit dem Frottee-Handtuch den Schmutz und den Fettlöser aufnehmen. Achtung: Jede noch so kleine Stelle die man vergisst wird keine Farbe aufnehmen! Bei schadhaften Stellen mit wenig Druck arbeiten.
Da das Leder jetzt stark entfettet ist fängt es an zu leiden. Also wartet danach nicht zu lange mit der weiteren Behandlung.

Schadhafte Stellen ausbessern

Klick mich zum Vergrößern Hierzu brauchen wir:

  • Flüssigleder
  • Schleifpapier 240 und 400
  • Einen Fön
  • Ein sehr scharfes Skalpell oder Messer
  • Einen Silikonhandschuh (oder danach viel Seife)

Jetzt heißt es keine Angst haben, es geht dem Leder ans Leder.
Zuerst schleife ich die Schadstelleleicht an. Dabei sehe ich welche Farbreste noch am Leder kleben die ich mit dem Skalpell von der Oberfläche schaben muss. Danach wieder schleifen, bis sich die Stelle glatt anfühlt. Bitte etwas Vorsicht bei Näten. Hier nicht zu stark schleifen, sonst platzt die Naht auf.
Mit dem Handschuh-bewährten Finger streiche ich das Flüssigleder wie eine Creme auf die schadhaften Stellen und föne den Bereich leicht an bis die Oberfläche matt wird. Diesen Vorgang wiederhole ich solange bis sich eine neue Haut gebildet hat. Mit dem 400er Schleifpapier glätte ich die neue Haut bis sie sich glatt und gut anfühlt. Fertig? Super, dann warten wir ab jetzt mindestens 12 Stunden damit das Flüssigleder vollständig trocknen kann.

Lackieren

Klick mich zum Vergrößern Endlich kommt neue Farbe ins Spiel. Doch davor müssen wir reinigen (ja, noch einmal) und abkleben. Dazu brauchen wir:

  • Einen Fön
  • Elektriker-Isolierband
  • Krepp-Abklebeband
  • Eine alte Zeitung
  • Waschbenzin oder Lackier-Vorbereiter (Nie Terpentin verwenden!)
  • Pro Sitz eine 400ml Dose Farbe

Zuerst muss jede Stelle die lackiert werden soll mit dem Waschbenzin bzw dem Spezialreiniger, passen zur Farbe, gut gereinigt werden. Hier nichts vergessen oder schlampig arbeiten, das rächt sich.
Sollte, wie in meinem Fall, nur ein Teil neu eingefärbt werden, muss natürlich sauber abgeklebt werden. Ich verwende dafür Isolierband, da es besser klebt und sich einfacher um die Kurve legen lässt. Alle weiteren Flächen decke ich mit Papier ab.

Zuerst behandle ich die schadhaften Stellen, indem ich sie mir Farbe leicht einneble und dann mit dem Fön leicht trockne. Dies wiederhole ich solange bis die Stelle deckend Farbe aufgenommen hat. Erst jetzt spritze ich im Kreuzgang den kompletten Sitz zwei bis drei mal. Dazwischen immer wieder anfönen.

Nach etwa 30 Minuten fühlt sich die Oberfläche schon gut an. Wartet trotzdem mindestens 24 Stunden mit der Weiterbearbeitung.

Versiegeln

Da der Sitz jetzt wieder fast wie neu ist und dringend Pflege verlangt, macht nicht den Fehler und verwendet Fett. Das schließt nur die Poren und lässt die Haut und Hose schnell speckig aussehen. Es gibt genügend Pflege-Öle oder Emulsionen ohne Silikon die dem Leder Luft zum Atmen lassen, rück-gärbend wirken und das Material nähren. Leder ist ein Naturprodukt, das muss hin und wieder gefüttert werden. Dazu empfehle ich Connolly Hide Care, aleine schon wegen dem Geruch :)

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