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Skoda 120 Skoda 120-L. Ja, so ungefähr sah auch Meiner aus, nur in Weinrot. Mobiles Understatement würde man heute gnädigerweise sagen. Damals, 1985 als Neuwagen, war es eine Vernunftentscheidung. Ich war in der Lehre und das Studium stand vor der Tür. Da hatte ich keine Lust auf eine unzuverlässige Schrauberbude. Für unschlagbare 8200 DM gab es einfachste Technik in sehr überschaubarer Menge an. Dafür bar fast jedem Komfort und Sportlichkeit. Bis auf thermische Probleme des kleinen Heckmotors verrichtete der 120 8 Jahre seinen Dienst ohne zu mucken. Einmal fiel der Bremskraftverstärker aus, der Geber war aus der Halterung gerutscht.


Mercedes Benz W123 200D. Mein Nächster sollte was für die Ewigkeit sein. Ein Daimler, des isch halt was. Ein echter 1979er Unimog-Sport mit einem 2 Liter Diesel. Als ich ihn übernahm glänzte er durch - nichts, außer 300.000 Km gut gewartete Technik. Die Schweller hatten Rost, Die dunklen Stoffsitze waren durch und an Sonderausstattung gab es ein mechanisches Schiebedach.
Einige Wochen später hatte er eine Mörder Musikanlage und alles an Chrom und Extras was der Schrottplatz hergab. An diesem Prachtkerl machte ich meine ersten Restaurations-Gehversuche. Meine Meinung über „mobiles Blech“ begann sich zu wandeln. Ein Auto war nicht mehr nur notwendig, sonder brachte auch Spass. Technisch tipp-topp, kämpfte ich erfolgreich gegen die braunen Pest, wenn auch hier und da mit dem Einsatz suboptimaler Glasfasertechnik. Jedes Teilchen eines Schrottplatz-W123 das mir besser erschien als an Meinem wurde getauscht. Jedes ergatterte Extra wurde eingebaut. Der Überburner war aber die fast neuwertige pechschwarze Echtleder-Ausstattung.


Mercedes-Benz W123 230CE. Ein Traum wird wahr. Ein 230er Coupé, Baujahr 1982. Fensterheber, Schiebedach, alles elektrisch. Vollausstattung mit hellem MB-Tex und Zebrano, nur die Klimaanlage fehlte. Zum Glück ein Schalter, wenn auch mit einer Macke. Ein Lager der Vorgelegewelle machte Geräusche. Daher auch sein Spitzname: Wacker-Wacker. Der 230E hatte zwar schon 300.000 Km runter, stand aber noch gut im Saft. Die 136 PS ließen ein fast sportliches Fahrgefühl aufkommen. Leider trennten uns im Dezember 1999 der TÜV. am hinteren rechten Schweller war der Rost ausgebrochen und hatte die Aufhängung der Hinterachse geschwächt. Mit fast 420.000 Km verkaufte ich den Wagen an einen tunesischen Exporteur. 2 Monate später erhielt ich eine Postkarte aus Mali. Ein höherer Beamter bedankte sich bei mir für seinen neuen Prestigefahrzeug.


Citroen CX 2.0 Leader von 1986. Hinten im Hof eines Gebrauchtblechverkäufers blickte mich diese elegante frankophile Dame an und lockte mit ihrem Preisschild: 400 DM. Die Ausstattungsvariante „Leader“ versprach zwar nur eine sehr Kurze Liste an Extras, aber es war ein völlig rostfreies Exemplar der zweiten Serie. Ich habe in fast 5 Jahren Betrieb insgesamt nur 700 DM Reparatur- und Verschleißkosten gehabt. Alles an diesem Auto war bequem. Die Straßenlage war durch die Hydropneumatik legendär, wenn auch nicht sportlich. Südfranzösische Buckelpisten wurden plötzlich so glatt wie ein Babypopo. Jede technische Lösung strahlte die französische Freude am Besonderen wieder, wenn auch manche Lösungen einfach nur merkwürdig waren.


Citroen XM V6 Prestige. Noch ein Franzose. Der XM war der Nachfolger des CX und wie von Citroen zu erwarten, ein hochmodernes Auto. Selten so eine perfekte Reise-Limousine gefahren. Die Ausstattungsliste war inklusive Clubledergestühl sehr komplett. Leider gab die neue Göttin mit Motorblockriß auf. Sehr schade.


Mercedes-Benz 280 SLC R107. Eine gute Basis. Kaum Rost prima Technik, mieser Innenraum. Ein überschaubares Projekt. Der Vorbesitzer hatte den Wagen frisch lackieren lassen, als ein Nachbar im Rausch mit einem Brecheisen die Heckscheibe einschlug. Die Polizei zog den Wagen als Beweisstück ein und verwahrte ihn einige Wochen fachgerecht bei Regen auf dem Hof. Hutablage und Rückbank saugten sich voll Wasser und gammelten was das Zeug hielt. In einer zur Werkstatt aufgemotzten Halle war der Schaden gut zu beheben. Die Beifahrertür musste montiert werden, alle Teppiche, Sitze und Verkleidungen mussten raus. Eine blaue Lederausstattung inklusive aller Anbauteile bekam ich damals im Tausch mit einer Honda CB-Four Sport ohne Gabel und Motorschaden. Kurz bevor das Projekt final abgeschlossen war musste ich den Wagen verkaufen da die Halle geräumt werden musste. Hier einige Bilder. Eine nette Sideshow gab es auch noch. Die Entwickler des Rennspiels „Need 4 Speed“ suchten einige german cars. Ein Projekt sollte ein 450SLC 5.0 geben. Leider hatte niemand der Programmierer so ein Gefährt in der Garage. Zufällig, durch ein anderes Projekt (280 CE) erfuhr ich davon und bot an den Wagen zu vermessen und Bilder zu senden. Auch wenn mein SLC nicht mehr existiert, im Computer ist er immer noch ein wenig vorhanden.


Tatra 603, Baujahr 1962. Der Ruf der Exotik. Ein V8 im Heck mit Luft gekühlt. Die tschechische Avantgarde-Antwort auf westliche Luxusschlitten. Der Tatra 603 wurde meine erste Voll-Restauration. Als ehemalige Staatskarosse des Genossen Alfred Neumann stand der Berg aus schwarzem Blech auf dem Darß und wartete auf seinen zweiten Frühling. Ich erwarb den Wagen gestrippt und für die Lackierung vorbereitet. Zum Glück gab es die Teile von fast 3 Autos dazu, darunter ein neuwertigen Motor, doch die weitere Ersatzteilversorgung war katastrophal. Einem brauchbaren Querlenker musste ich ein 3/4 Jahr nachjagen. Jetzt steht der Wagen in einem Privatmuseum bei Prag.


Chrysler LeBaron GTC. Ein Cabrio in Bestzustand, mit Turbo-177PS, Leder und Vollausstattung für 2000€? Ja das gibt es. Der Baron ist ein echter Ami. Überschwängliche Ausstattung bein haarsträubender Verarbeitung. Wenn man sich mit knarrenden Plastik und butterweicher Karosserie arrangieren kann, macht der GTC einen Sauspass. Die werksseitigen 177 PS lasse eine recht flotte Gangart zu. Die Mopar-Tunigkiste ist mit den leckersten Teilen zu günstigen Preisen gefüllt. Waste-Gate, Boost-Eletronik, ein Sport -Fahrwerk und -Auspuff machen aus dem kleinen Ami zunehmend ein Sportgerät.


Mercedes-Benz 380SL R107. Hochzeit! Ein SL soll es sein. Gesehen, getestet, gekauft und gleich wieder zurück gegeben. Ein Blender. Statt versprochene 90.000 Km hatte er mindesten 300.000 Meilen auf dem krummen Buckel. Wenn ich davon absehe dass der Krüppel alle 30 Km abstarb und nicht mehr starten wollte, waren es 2 schöne Wochen. Die Ausstattung war amerikanisch komplett, das graue Leder gut erhalten und Rost hatte das Blech nie gesehen.


Irgend ein Auto braucht der hominis mobile. Also wieder zurück zum Bekannten. In Ludwigshafen sah ich einen Le Baron GTC mit Klima und nur 72.000 Km auf der Uhr. An der Frontscheibe war sogar noch der Einfahraufkleber vorhanden. An diesem Wagen sah ich aber von Tuningmaßnahmen größtenteils ab.


Fast, ja fast hatte ich auch einen Jaguar XJS 4.0. Ohne viel Vorwissen, aber mit sehr viel Enthusiasmus flog ich auf die Insel um eines dieser Sportkatzen nach Hause zu fahren. Jetzt weis ich dass einige Engländer eine völlig andere Auffassung von sehr gutem Zustand haben - leider. Trotzdem - Wawrick ist immer eine Reise wert und einen XJS werde ich mir irgendwann kaufen. Das steht fest.


Jaguar XJ40 Souverign. Der Virus ist ausgebrochen. Die Katze hat mich erwischt. Ein gut gepflegtes Exemplar mit bekannter Historie und überschaubarem Rost. Leider spinnte die Alarmanlage. Der schaden war schnell gefunden, dann blieb nur noch Luxus. 8 Monate machte mir das Dickschiff Freude. Leider musste es einem Alltagsauto weichen. Mehr als 3 Autos auf einmal sind mir einfach zu viel.


Saab 9.3 Cabrio von Hirsch verfeinert. Genau genommen unser zweiter 9.3. Den ersten hat ein Hobbyrennfahrer spektakulär als Bremseinheit missbraucht - Totalschaden nach 4 Wochen. Doch der Vergleich zwischen dem Passat und unserem Auto machten die Entscheidung zum zweiten Saab klar. Aber dann mit einem Löffel mehr Fett. In Frankfurt wurde ein topgepflegter SAAB 9.3 Cabrio Aero Hirsch angeboten. Hirsch ist der Haustuner von Saab. Da geht nur noch ein voll ausgebauter Viggen drüber- aber auch nicht viel. Eine legendäre Mischung aus Design Understatement, Sicherheit, Qualität und Porschekiller.


Jaguar Daimler XJ40 Majesic Vanden Plas. Hoppla, alle Spass-Autos sind weg, nur noch der SAAB lauert in der Einfahrt. Seit dem ich meine geliebte Baustelle (auch Tatra genannt) verkauft habe, ist mein Oldtimerherz mir schwer. Es muss was neues Altes her. War da nicht der Drang zur Großkatze? Um eine gewisse Familientauglichkeit zu waren suchte ich mir einen XJ40 raus. Der XJS muss noch warten. Aber dann das volle Programm. Eine ehemalige Staatskarosse der britischen Botschaft in Bonn. Falls Sir John Major von 1990 bis 1993 in Bonn Gelüste verspürt hätte durch die Stadt zu cruisen, wäre er diese black Cat gefahren. Der nächste Eigner fuhr den Wagen dann wirklich. Zuletzt rückwärts gegen einen Blumenkübel. Mal sehen ob ich das Dickschiff wieder flott bekomme.


Volvo 850 T5. Alter Schwede! Wir haben ein Haus gekauft, also brauchen wir ein Baustellenfahrzeug. Irgend was mit Anhängekupplung und Platz für ne Tonne Bauschutt. In der Westpfalz stand ein 850 mit Baustellen-Mindestausstattung: Vollausstattung inklusive Leder, Holzlenkrad und einem T5-Motor mit ordentlich Turbo-Leistung. VW-Caddy? PAH! Leider waren beide Domlager völlig ausgeschlagen. Aber nachdem wir etliche Tonnen Schutt, Material und Werkzeug transportierten, zweimal nach Holland reisten und Grünschnitt im großen Stil entsorgten, neigte sich die Baustelle zu Ende. Die Entscheidung den 850 weiter zu geben war im ersten Gedanken richtig, wir haben ja unseren SAAB.


Volvo XC 70. Schatz wo ist der Kombi? Verkauft! Das geht gar nicht. Ein Haus mit Garten und vor der Tür nur ein Cabrio? Ein Grand Transporteur muss wieder her. Dieses mal, knapp am SUV vorbei, ein Asphalt-Hausboot mit ECO-Diesel. Als reines Gebrauchsgerät macht der XC 70 eine gute Figur. Günstig im Unterhalt und zuverlässig im Gebrauch. Der Wagen ist weder sportlich, besonders schön oder eine Legende. Er ist aber praktisch und bequem.