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Der Jaguar XJ40 ist eine Oberklasselimousine der XJ-Reihe des britischen Automobilherstellers Jaguar. Er wurde im Oktober 1986 als Nachfolger des klassischen Jaguar XJ Mark I (Serie 3) vorgestellt. Der XJ 40 war besonders im Bereich der Fahrzeugelektronik eines der technisch ambitioniertesten Fahrzeuge der achtziger Jahre. Dies macht ihn aus heutiger Sicht zu einem problematischen kommenden Klassiker. Zum Glück ist die Elektronik so robust ausgelegt, das es zu hoffen bleibt immer genügend Ersatz zu finden.
Ein sehr detailreicher Bericht über die Entstehung des XJ40 hat Keith Adams auf der Seite Jaguar XJ40 development story zusammen gefasst. Eine weitere spannende Lektüre über den XJ-40 hat Eóin Doyle auf der Seite History Repeating: XJ40 Part 1 in das Netz gestellt.


Kleine Kaufempfehlung

Motorisierung

Die wichtigste Entscheidung ist: Sammeln oder fahren? Bei einem Sammlerobjekt würde ich mich für den legendären 12-Ender V12 entscheiden. Der Motor ist ein Meilenstein der Motorenbaukunst. Erstmals eingesetzt im E-Type und später als Weiterentwicklung HE im XJS. Die Betriebskosten sind gigantisch. Mit 20 Liter Sprit muss man rechnen und ein Zündkerzenwechsel bringt dich an die Armutsgrenze.
Hingegen ist der Reihen-6-Zylinder AJ6 ein perfektes Arbeitstier. Die bessere Wahl wenn der Wagen wirklich bewegt werden soll.

Ausstattung

Jaguar spendierte seinen Kunden sehr gut ausgestattete Ausstattungspakete. Grundsätzlich lässt auch ein schmal gepackter XJ40 kaum Wünsche offen.

  • XJ40: Die „Grundausstattung“ ist nur dann zu empfehlen wenn es unbedingt einer der Ersten sein muss.
  • Sovereign: Hier ist fast alles vorhanden.
  • Daimler: Noch ein Schlag mehr. Doch bis auf Kleinigkeiten wie Embleme, Einstiegsleisten, Kühler und Rücksitze sieht man den Unterschied kaum.
  • Vanden Plas: Nichts anderes wie der Daimler für den US-Markt.
  • Majestics: Der Seltene. Im Fond wurden dem Wagen etwa 30cm mehr Länge spendiert. Dazu musste die Karosse von Hand auseinander gesät und wieder zusammen geschweißt werden. Dazu kamen noch handgefertigte längere Türen.

Zustand

Der Markt bietet 25-30 jährige Exemplare mit wenig Kilometer fast rostfrei an. Daher ist es wirtschaftlich uninteressant eine Bastelbude zu kaufen. Eine Besonderheit stellt die Hinterachse dar. Sie ist luftgefedert und gleicht Gewicht im Kofferraum aus. Daher hat der Wagen keine Lichtweitenregulierung. Manche Modelle sind auf normale Stoßdämpfer umgerüstet worden. Eine weise Entscheidung, da es so gut wie keine Luftfedern mehr gibt. Leider ist nach dem Umbau eine Zulassung schwierig, da die fehlende Regulierung Pflicht ist. Dann heißt es warten bis der Wagen 30 ist. Eine Erweiterung der Abgasanlage durch Mini-Kats ist sehr einfach möglich und verbessert die Abgaswerte so gut das eine Umschlüsselung auf Euro2 möglich ist. Damit kostet der Wagen nur noch halb soviel Steuer.

Technische Daten

Modell XJ6 3.2 XJ6 3.6 XJ6 4.0 XJ6 4.0 (XJR) XJ12
Motor Sechszylinderviertakt-Reihenmotor aus Leichtmetall; wassergekühlt; je vier hängende Ventile pro Zylinder obenliegende Nockenwellen gesteuert; siebenfach gelagerte Kurbelwelle; elektronische Lucas-Einspritzung Zwölfzylinderviertakt-V-Motor; wassergekühlt; je zwei hängende Ventile pro Zylinder; von je einer obenliegenden Nockenwelle gesteuert; elektronische Lucas-Einspritzung
Bohrung x Hub 91 x 83 91 x 92 91 x 102 90 x 78,5
Hubraum 3239 ccm 3590 ccm 3980 ccm 5993 ccm
Drehmoment Nm U/min 298/4000 337/4000 377/3650 377/4000 463/3750
PS/kw bei U/min 200/147 / 5200 221/162 / 5000 222/163 / 4750 251/185 / 5250 311/228 / 5350
Kraftübertragung Einscheiben Trockenkupplung und vollsynchronisiertes Fünfganggetriebe; wahlweise hydr. Drehmomentwandler und Viergang-Automatikgetriebe Hydr. Drehmomentwandler und Viergang-Automatikgetriebe
Karosserie Selbsttragende Ganzstahlkarosserie
Vorderachse Einzelradaufhängung an zwei Dreiecks-Querlenkern; Stabilisator und Schraubenfedern in Hilfsrahmen; Teleskopstoßdämpfer
Hinterachse Einzelradaufhängung an Querlenkern; Schraubenfedern in Hilfsrahmen; Teleskopstoßdämpfer
Bremsen Servounterstützte hydraulische Zweikreis-Bremsanlage mit Scheiben rundum (vorn innenbelüftet); ABS
Radstand 2470 mm
Länge x Breite x Höhe 4988 x 1780 x 1380 mm
Bereifung 225/65-VR15 205/70-VR15 225/65-VR15 225/55-ZR16 225/65-ZR16
Gewicht 1736 kg 1770 kg 1748 1798 kg 1830 kg
Verbrauch 13,1 S+ 14,1 S+ 18 S+
Höchstgeschwindigkeit 210 km/h 219 km/h 225 km/h 230 km/h 245 km/h
Stückzahlen 21161 83273 8091 3799
Preise 75.012 DM 68.000 bis 83.000 DM 86.526 bis 140.000 DM 130.074 DM 129.500 bis 180.000 DM

Modellvarianten

1989 Jaguar XJ6
Die Basis XJ6 der Modellpalette wurde bescheiden ausgestattet. Selbst für Metallfelgen, Antiblockiersystem , Klimaanlage, Lederausstattung, und ein Automatikgetriebe musste Aufpreis bezahlt werden. Die Front wurde von zwei Rundscheinwerfer pro Seite geziert und die Fensterrahmen waren schwarz pulverbeschichtet.
1991-1994 Jaguar Sovereign
Der Sovereign wurde mit deutlich mehr Funktionen als die Basis ausgestattet. Eingeschlossen war eine Klimaanlage, Scheinwerferwaschanlage , ein Sechs-Lautsprecher Soundsystem , Niveauregulierung und ABS. Die Einbauscheinwerfer waren rechteckig, die Fensterrahmen verchromt. Frühe Modelle erkennt man an den Blinkleuchten der Kotflügel. Sie sind stark erhaben und würfelförmig.
1991-1994 Daimler / Vanden Plas
Die Marke Daimler vertritt schon immer die höchste Ausstattungsvariante. In Amerika wurden Daimler bis zuletzt als Vanden Plas verkauft. Wie die Sovereign waren sie mit einzelnen rechteckigen Scheinwerfern ausgestattet. Äußerlich unterschieden sie sich von anderen Modellen durch ihren geriffelten Kühlergrill und Kofferraumdeckel, ein D-Zeichen auf den Kühlergrill und eine schmale Chromleiste über die gesamte Wagenseite. Das Interieur ist dagegen wesentlich üppiger als bei den anderen Modellen. Hier sind zu nennen, Einzelsitze im Fond, Piknik-Tische, geänderte Sitze und ein Lenkrad mit „Daimler“ Schriftzug. Allgemein sind die Daimler-Modelle hochwertiger verarbeitet, da sie einer deutlich strengeren Qualitätskontrolle unterlagen.
1993 Jaguar Sport
Im Jahr 1993 stellte Jaguar das Sport Modell vor. Es war nur mit dem neuen Sechszylinder- Motor zu bekommen. Für die Innenausstattung, im Gegensatz zu den Walnussholz von anderen Modellen, wurde Rosenholz verarbeitet. Sowohl Außenspiegel und Kühlergrillrahmen wurden in Wagenfarbe lackiert. Seitlich wurde der Wagen mit einem dünnen Doppelstreifen verziert der die Sportlichkeit unterstrichen sollte. Breitere Fünf-Speichen- Leichtmetallräder krönten die Ausstattung.
1989 - 1992 Vanden Plas Majestic SWB
In den Jahren 89 bis 92 wurden besonders für den nordamerikanischen Markt sehr luxuriöse Modelle hergestellt. Durch den im Vergleich zum Standard-XJ40 hohen Preis hielten sich die Produktionszahlen im Rahmen. 1989 wurden unter 300 Stück hergestellt, 1990 genau 527 und 1992 etwa 250 Fahrzeuge. Diese Sondermodelle wurden fast alle in der Farbe Red-Regency (1989-90) oder Black Cherry (1992) gefertigt, außer sehr wenige komplett schwarze Fahrzeuge, die dem britischen Ministerpräsidenten vorbehalten blieben. Diese schwarzen Exoten trugen den vollständigen Namen „Daimler Vanden Plas Majestic“. Die 89er Modelle waren alle mit dem 3.6 Liter Motor ausgestattet. Spätere Majestic wurde vom 4-Liter 6 Zylinder befeuert. Von der um einiges erhöhten Fertigungsqualität abgesehen las sich die Liste an Majestic-Ausstattung recht ähnlich der bekannten Daimler-Variante. Hinzu kamen Lammwollteppiche für Beifahrer und Fondgäste, ein Jaguar auf der Motorhaube, etwas mehr Leder im Inneren und ab 92 eine „Majestic“ Intarsie auf dem Handschuhfach. Dafür waren im Schnitt 5000$ mehr zu zahlen als für einen Vanden Plas
1993 - 1994 Majestic LWB
Die seltenen Modelle mit 5 Zoll verlängertem Radstand und bis zu 2 Inch erhöhtem Dach (LWB) wurde 1993 und 1994 produziert. Durch die enorm erhöhten Kosten wurden nur 121 Stück gebaut. Diese Fahrzeuge begann als SWB Karosserie mit 113 Zoll Radstand, die dann aus der Standard- Produktionslinie genommen und durch die Abteilung „Aerospace-Projekt Coventry“ in Handarbeit gestreckt wurden, bevor sie zurückgegeben und von „Jaguar Sonder Vehicle Operations“ vervollständigt wurden. Ein „echter“ Majestic mit langem Radstand kann durch den vierten Buchstabe der VIN, ein „M“, identifiziert werden. Bei Modellen mit normaler Karosserie steht an dieser Stelle ein J.
1994 Gold
Die Gold -Modell wurde im Jahr 1994 mit einer begrenzten Anzahl von Funktionen und Optionen , und für einen bescheidenen Preis eingeführt. Sie sollten kurz vor der Einführung des neuen Modells die Verkaufszahlen ankurbeln. Es war in weniger Außenfarben als andere Modelle erhälltlich. Dafür wurde eine vergoldeten Plakette auf Front und Heck angebracht. Gold- Editionen wurden ausschließlich mit den „Kiwi“ Rädern und mit zwei Einzelleuchten ausgeliefert.
1988 XJR
Der 1988 eingeführte XJR war ein Hochleistungsmodell der Abteilung „JaguarSport“ aus Oxfordshire, eine Vereinigung von Jaguar und TWR Rennteam. Sie wurden in der Fabrik von TWRS Kidlington, neben dem XJ220 gefertigt. Basierend auf einem Sovereign wurde er mit verstärkter Federung mit Custom Bilstein-Dämpfer, eine überarbeitete Servolenkung mit 40% reduzierter Lenkkraft, eine Sonderlackierungen mit sportiven Außendesign. Anfänglich wurde der 3,6 L AJ6 Motor verbaut. Spätere Modelle hatten einen von TWR abgestimmte Version des 4.0 AJ6 mit neuen Ansaugrohre, Sportnocken und einem leistungssteigernden Motorsteuergerät. Einige Fahrzeuge sind auch mit einem JaguarSport Auspuffsystems ausgestattet. Die XJR unterschieden sich von anderen XJ40 Modelle kosmetisch durch seinen in Wagenfarbe gehaltenen Bodykit, bestehend aus Front-und Heckschürze und Seitenschweller aus Fiberglas, einen schwarzen Grill mit einer JaguarSport Emblem und die einzigartigen Speedline Leichtmetallräder mit breiteren Reifen. Spätere Modelle hatten eine Führung an der Frontschürze um mehr kühle Luft direkt an die Bremsscheiben zu führen. Der Innenraum präsentiert eine ledernes MOMO Lenkrad, JaguarSport Logos auf den Anzeigen, ein Lederschaltknauf, und Kopfstützen mit einer JaguarSport Logo-Prägung. Das Aussehen des Autos wechselte seit seiner Einführung im Jahr 1988 mehrmals wie zum Beispiel 1991 mit der Einführung der 4,0 L Motor, als auf die eckigen Scheinwerfern umgestellt wurde. Von jeder Variante wurden nur wenige hundert Stück produziert.
1993 XJ12 /XJ81
Ab 1993 wurde der XJ40 als XJ12 von dem neuen 6.0L großen Motor mit 4-Gang Automatik befeuert. Äußerlich wiesen nur kleine „ XJ12 “ Abzeichen auf der Rückseite und einen „V12 “ Emblem auf dem Handschuhfach auf den potenten Motor hin. Der XJ12 verwendet vier Frontleuchten, einen schwarzen Kühlergrill mit einer goldenen „Growler“ Plakette. Frühe Autos besitzen verchromten Fensterrahmen, bei späteren Modellen, wurden diese in Schwarz gehalten. Durch den verbauten Beifahrer-Airbag musste das Handschuhfach aufgegeben und durch eine Ablage ersetzt werden.