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Die Salyut-C ist der Nachfolger der Zenith-80 und der Vater der legendären Kiev-88.
Der Salyut sieht man die Gene des Originals sofort an. Ein Laie kann sie schnell mit einer Hasselblad verwechseln. Im Grunde ist sie eine 1600-f, daher auch der Spitzname Hasselbladski, nur etwas grober zusammen gezimmert. Die Technik ist aus den frühen 70ern und wurde nie überarbeitet. Selbst die Kiev-88 ist nur eine abgestaubte Salyut. Leider schlich sich Anfang der 80er im Arsenal-Werk die Mangelwirtschaft und der Pfusch ein. Das hatte zur Folge das man sehr lange suchen muss um eine anständige Kiev-88 zu bekommen. In den 70ern war die Welt noch in Ordnung. Die Fertigungsqualität scheint mir deutlich besser.

Technisches

  • Produziert: 1972-1980 von Arsenal in Kiew
  • Name: „Салют-C“
  • Rahmengröße: 6×6.
  • Verschluss: 1 / 2s-1 / 1000s + B.
  • Quantität: ± 30.000 Einheiten

Die Salyut-C verfügt über eine modifizierte Objektivfassung, die das gleiche Gewinde hat, aber einen Kolben für die Blendeneinstellung hinzufügt bekam. Dies ermöglicht eine vollständige Automatisierung der Objektive und die Verwendung von Verlängerungsrohren oder Telekonvertern.

Objektive und Zubehör

Die Palette an Zubehör ist ziemlich groß. Sehr viel Nützliches, manches ist brauchbar, Anderes ist Schrott.

Objektive

Es ist schon erstaunlich welche Qualität manche Objektive haben; im Guten wie im Schlechten. Ein russisches Objektiv online zu kaufen ist ein Pokerspiel. Von Glasbruch, Pilz und mieser Mechanik kann hier alles passieren. Hat man aber Glück und erwischt ein einwandfreies Exemplar, hält man ein edles Stück Fototechnik in den Händen.

TTL

Das TTL-Sucherprisma ist ein Klotz. Wenn ich 10 Stunden durchs Gelände robbe, ist mir das Teil auf die Dauer zu schwer. Aber trotzdem möchte ich es nicht missen. Die Bedienung ist einfach und zuverlässig und durch das üppige Gewicht liegt die Kamera satt in der Hand. Bei schlechten Lichtverhältnissen kann ich mich mit einem Sucher besser konzentrieren als mit der Mattscheibe. Als Alternative taugt ein Belichtungsmesser allemal.

Griffe

Hier gibt es Einige. Ich meine mit Griff und dem 500er Glasbaustein als Objektiv angenehmer arbeiten zu können. Wichtig ist er nicht, aber nett zu haben.

Filter

Hier empfehle ich den klassischen Skylight, auch um die Linse zu schonen. Bei der Größe der 6×6 Tuben ist es manchmal schwer passende Schraubfilter zu bekommen.

Rückwände

Ja, mindesten insgesamt 3 Stück. Eine am Gehäuse, im Einsatz, eine mit Film, eine leer.

Upgrade

Da die russische Technik als anfällig und im Ganzen Überarbeitungswürdig gilt, haben sich einige Techniker darauf spezialisiert die Produkte von Arsenal an deutsche Qualitätsanforderungen anzupassen. Weiter gibt es einige Updates die man dem Gerät angedeihen lassen kann. Ich empfehle:

  • Beflocken. Für wenig Geld gibt es einen Satz schwarz beflockte Selbstklebefolien. Sie sind einfach innen im Lichtschacht anzubringen. So wird eventuelles Streulicht verhindert. Günstig, einfach und effektiv.
  • Hochwertige Dichtungen für die Rückwand. Die alte Dichtung ist in eine Nut geklebt und kann leicht entfernt werden. Neue Dichtungen passen sich besser dem Gehäuse an und verhindern einen Lichtspalt zwischen Gehäuse und Rückwand. Dadurch lässt sich die Rückwand etwas schwerer einsetzten. Auch sehr zu empfehlen.
  • Zeiten überprüfen. Das ist für den Laien nicht so einfach. Aber jeder guter Fotogeräte Techniker kann das für kleines Geld erledigen.
  • Spiegel Vorauslösung. Hier klappt der Spiegel bei einer leichten Berührung auf den Auslöser nach oben. Drückt man den Knopf weiter ein wird ein Bild ausgelöst, der Shutter bewegt sich. Da aber der schwere Spiegel keine Erschütterung mehr produziert soll das von Vorteil sein. Aber leider ist die Kamera darauf nicht vorbereitet. Es müssen einige technische Änderungen vorgenommen werden die nicht im Ruf stehen besonders lange zu halten. Kostet viel, geht kaputt, bringt nicht viel.
  • Tuchschlitzverschluss. Der original Blechfolienverschluss ist sehr robust, aber neigt dazu glänzende Stellen zu bekommen. Daran kann sich das Licht brechen und zu Streulicht führen. Meist hilft hier schon das Beflocken des Lichtschacht. Aber wenn der Verschluss überholt werden muss, dann gleich auch Tuch umsteigen. die Kamera wird deutlich leiser.
  • Äußeren Belag tauschen. Das ist eine zwar einfache, aber technisch nicht relevante Spielerei. Das massive Gehäuse hat eine Lederimitat-Auflage. Diese ist mäßig verklebt und kann einfach entfernt werden. Im Internet gibt es alle möglichen Leder- oder andere Folien aus denen man sich ein neues Kleid schneidern kann. Technisch kein Vorteil - aber wenn´s schön macht…

Anleitungen

Links