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Unser Haus hat einen Namen

Der Gedanke stand schon lange im Raum: Wir brauchen Eigentum. Seit 1997 sind wir Mieter unserer eigenen 4 Wände. Zuerst ein nettes Häuschen mit 600m² Garten mitten in Mannheim Neckarau, dann ein Haus in Viernheim, leider ohne Garten. 2012 fingen meine Frau und ich an die einschlägigen Immobilienanzeigen zu studieren. Schnell stellte sich heraus das wir etwas konzertierter an die Sache herangehen müssen.
Also Frage 1: Was soll es sein?

Die Idealvorstellung

Ein Original Bauhaus-Bungalow von Adolf Meyer , Mies van der Rohe oder Sep Ruf. Zumindest in diesem Stil.
Leider sind diese Objekte, wenn überhaupt zu verkaufen, sauteuer, uralt, mies isoliert und eine Hölle auf Erden wenn sie renoviert werden müssen → Denkmalschutz!
Ein unglaubliches Haus wurde dann doch angeboten. Die Villa des Emaile Fabrikanten Gläser. Für etwa 200.000€ wäre sie 2014 zu haben gewesen. Leider ohne Dach und mit rundherum starken renovierungsbedarf. Es stand schon eine Schätzung der Stadt über die zu erwartenden Kosten an: etwa 4 Mio€. Ein schöner Traum, muss aber einer bleiben.
Ein kleineres Haus, gut in Schuss, edel gebaut und sehr luxuriös ausgestattet hatten wir in Hochdorf-Assenheim entdeckt. Das Exposé versprach einiges. Wir waren gespannt. Das Haus, Grundstück, Zustand - alles perfekt. Der Preis mehr als angemessen. Wenn da nicht die Lage gewesen wäre. Das knapp 3000m² Grundstück endete direkt an einer Kreisstraße mit dahinter liegender Autobahn. Trotz Wall war der Lärm im Garten unerträglich.

Was Neues, was Altes

Soll es dann ein Neues sein? 130m² auf 3 Etagen, ausgebautes Dach und alles auf 200m² Grund? Nein Danke. Ich werde in meinem Leben nur ein Haus kaufen können. Ein Neubau kostet etwa 400.000€. Das geht in Ordnung, man muss ja kein Geld zum renovieren ausgeben.
Wir hatte einen schönen Samstag im Mannheims Fertighauscenter. Von einem schwedischen Anbieter/Hersteller ließen wir uns ein Angebot anfertigen. Kurz gesagt, wir landeten nach allen Extras bei über einer halben Million, inklusive Grundstück für 180.000€

Dann doch lieber eine abgerockte Burg, dafür gut gelegen. Dann alles entkernen und neu aufbauen. In Mußbach, Feldrandlage, Sandsteingewölbe. und 170.000€. Perfekt! Oder? Wir waren am Tag der offenen Tür nicht die Einzigen. Doch der Reihe nach:
Das Haus hatte offensichtliche Mängel; eigentlich war es ein Mangel. Doch das Erdgeschoß war ein alter Sandsteinbau auf dem man ein Holzhaus genagelt hatte. Das wäre alles machbar. Alles abreißen und von Vorne anfangen. Da sagte der Makle: „ Jaaaa, das wäre möglich, aber da ist der Problem mit der Baugenehmigung“ Wieso das denn? Ich renoviere ja nur. „ Nun ja“, sagte der Herr im schlecht sitzenden Anzug, „Es gibt keine Baugenehmigung. Das ist ein Wildbau mit Bestandsrecht - bis auf den hinteren Teil“ (Er meinte das ganze Wohnzimmer) „ Das steht auf fremden Grund und der Eigentümer will es wieder“… Wieder? Ach ja, auf Wiedersehn!. Oder lieber nicht! Frechheit.

Aber so etwas ist die Ausnahme. Das nächste Objekt war ein sehr elegantes Haus aus den 80er mit architektonischen Elementen der amerikanischen Baukunst. Das Haus sei so günstig (390.000€) weil der Swimmingpool nicht mehr verwendet werden kann. Anyway. Wird es ein Lager. Ein sehr schönes Haus. Die Fassade wurde dilettantisch an einer Seite neu gestrichen, aber das kann man herrichten. Wir stiefelten hinter der Maklerin her und bewunderten die Räume von Oben bis unten. Kurz vor dem Untergeschoß sagte die Dame „ Hatte ich erwähnt das es einen Wasserschaden gab?“ Nein… WASSERSCHADEN? Das Haus stand leer und der Anschluss des Pools ist gebrochen weil sich ein Teil des Hauses abgesenkt hatte. Dabei ist die Bodenplatte gebrochen, hat die Leitung zerstört und der Keller wurde regelrecht überflutet. So stand das Haus 6 Monate unbeaufsichtigt.
Ab dieser Sekunde setzte ich Makler auf die Liste zwielichtiger Personen.

Kaufen

Ein Haus zu kaufen muss gelernt werden. Also lies ich mich von einer Bekannten zeigen auf was ich zu achten habe. Sie ist Gebäudesachverständige. Mit etwas mehr Ahnung der Materie ließen sich einige Angebote direkt ausschließen. Es blieben aber noch einige lohnende Objekte übrig.

Das Schwimmbad-Haus

Im Ortsteil Grethen von Bad Dürkheim lag in einem alten römischen Steinbruch ein traumhaftes Haus. Die ausgerufenen 420.000€ waren Verhandlungsbasis und die Lage war genial. Etwa 15 Meter über der Straße auf einem Plateau, die Sandsteinmauer im Rücken mit Blick auf die Limburg. Es war viel zu renovieren. Leider hatte der Vorbesitzer mit wenig Geld und noch weniger Verstand einfach drauf los gezimmert. Neben dem Haus war eine Halle mit einem 25 Meter-Becken. Das hatte der Mann versucht zu einer Partyhöhle umzurüsten. Dabei traf er jede Leitung, jedes Kabel in Boden und Wand. Das Schwimmbad war ruiniert. Im Außenbereich hatte er eine Terrasse aus Pressspan errichtet. Die war nach 2 Jahren baufällig und hätte ersetzt werden müssen. Die alte Terrasse aus Sandstein hatte er dabei nachhaltig zerstört. Sehr schade.
Für 150.000€ weniger hätten wir es eventuell genommen.

Gleisweiler

Was für eine Lage! Ein wunderbarer Pfälzer Ort an der Weinstraße, nahe dem Waldrand. Das Haus, zugegeben altbacken, hatte sehre viel Potential. Sogar eine Ferienwohnung war dabei. Ein bekannter Wasserschaden wäre behebbar, dafür war der Preis sehr in Ordnung. Der Makler drängte unbedingt auf einen schnellen Abschluss, wir ließen uns Zeit, der Makler nicht. Uns war die Situation nicht genügend transparent, daher mussten wir absagen. Gleisweiler Exposé

Woody

Eigentlich wollten wir Gleisweilerianer werden. Meine Frau tat aber ein nettes Gebäude in Bellheim auf, welches wir uns anschauen wollten. Das Haus (mit 138m² angegeben) war riesig. Eine Scheunengroße Garage, außen viel Holz und innen noch viel mehr Holz. Das Haus sah aus wie eine Allgäuer Vesperstube. Wir brauchten viel Fantasie um zu erahnen was man daraus machen könnte. Wir beschlossen ein zweites Mal anzureisen um mehr Zeit zu haben. In der Woche bis zum zweiten Termin machen wir uns viele Gedanken was in dem Haus steckt, ob wir das schaffen und ob uns das Ergebnis dann gefallen würde.

Nach dem zweiten Termin und dem Studium aller Bilder und Pläne zeigt sich, dass das Haus sehr schlau geplant wurde. Alle Ideen die wir so gerne umsetzen wollen würden sich in dieser Immobilie realisieren lassen. Das Haus ist in jedem Detail überaus hochwertig. Nur die üppige Verwendung von Holz macht einen konzertierten umfassenden Rückbau nötig.

Vier Wochen später waren wir Eigentümer eines eigentümlichen Hauses in der einzigen Pfälzer Gemeinde ohne nennenswerter Weinproduktion. Dafür mit einer Brauerei. Am 07.04.2015 unterschrieben wir den Kaufvertrag. Jetzt hat die Suche zwar ein Ende, dafür fängt jetzt die Zeit der Planung an. Es wird einiges zu tun geben.