Sigma SD1 Merrill - Mein Benutzerhandbuch

Kein Ersatz für das offizielle Handbuch, sondern das, was ich gerne am ersten Tag gewusst hätte. Praxis statt Prospekt.

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Die Nummern in Klammern beziehen sich auf die Bedienelemente in der Kurzanleitung.


1. Vor dem ersten Einsatz

Akku laden

Speicherkarte einsetzen

Objektiv ansetzen

Sucher einstellen

Datum und Uhrzeit

Gleich beim ersten Einschalten im Hauptmenü (32) einstellen. Sonst stimmen später die Aufnahmedaten in den Bildern nicht - und die Bildverwaltung am Rechner wird zum Puzzle.


2. Meine empfohlenen Grundeinstellungen

Diese Einstellungen haben sich bei mir bewährt. Wer neu mit der SD1 anfängt, liegt damit selten falsch.

Einstellung Empfehlung Warum
Bildformat RAW Nur so holt man alles aus dem Foveon. Die internen JPGs sind bestenfalls oberes Mittelmaß
Bildgröße HI Volle Auflösung. Verkleinern kann man später immer noch
Farbraum sRGB Standard für Monitore und Abzüge. Adobe RGB nur, wenn die ganze Kette mitspielt
Farbmodus Vivid Etwas kräftigere Farben. Bei viel Blau im Bild den Landschafts-Modus nehmen
ISO 100 bis 400 Der Foveon ist ein Licht-Junkie. Über 800 wird es schnell unschön
Weißabgleich Auto oder passende Vorwahl Bei Kunstlicht und Mischlicht lieber manuell. Bei RAW lässt er sich später in SIGMA Photo Pro korrigieren
Messmethode Mehrfeldmessung Für den Alltag die beste Wahl

3. Die Belichtungsprogramme

Das Programm wird am Betriebswählrad (20) eingestellt.

Für Zeit und Blende hat die SD1 eigene Wahlräder. Das macht das Arbeiten in A, S und M angenehm direkt.

Belichtungszeiten: von 30 Sekunden bis 1/8000 Sekunde, dazu Bulb für Langzeitbelichtungen.


4. Belichtungsmessung und Belichtungskorrektur

Die vier Messmethoden

Gewählt wird die Messmethode über die Taste (21) oder im Quick-Set-Menü.

Belichtungskorrektur

Mit der Taste (23) und dem Wahlrad lässt sich die Belichtung in Drittelstufen korrigieren.

Mein Tipp für den Foveon: Ausgefressene Lichter verzeiht der X3 noch weniger als ein Bayer-Sensor. Bei hellen Motiven, Schnee, Himmel oder weißem Gefieder lieber 1/3 bis 2/3 Blende knapper belichten. In SIGMA Photo Pro lassen sich die Schatten viel besser retten als die Lichter.

Belichtungsspeicher (AEL)

Mit der AEL-Taste (31) wird die gemessene Belichtung festgehalten. Typischer Ablauf: Spotmessung auf die wichtigste Stelle, AEL drücken, Bildausschnitt wählen, auslösen.

Belichtungsreihe

Bei schwierigem Licht nimmt die SD1 automatisch 3 oder 5 Bilder mit unterschiedlicher Belichtung auf. Abstand in Drittelstufen, bis ±3 EV bei 3 Bildern oder ±1,7 EV bei 5 Bildern. Ideal auch als Ausgangsmaterial für HDR.


5. Autofokus


6. Das Quick-Set-Menü (QS)

Ein Druck auf die QS-Taste (37) öffnet das Schnellmenü. Damit spart man sich den Weg ins Hauptmenü.

Mit dem Wahlrad oder den Pfeiltasten auswählen, fertig. Das QS-Menü ist das wichtigste Werkzeug im Alltag.


7. Serienbilder und Puffer

Mein Rat: Die SD1 ist keine Sportkamera. Lieber den richtigen Moment abwarten, als auf die Serie zu hoffen.


8. Der eingebaute Blitz

Ehrlich gesagt: Zum Aufhellen von Porträts bei Tageslicht taugt er. Für alles andere braucht es einen Aufsteckblitz.


9. Stativ, Spiegelvorauslösung und Langzeitbelichtung

Die Stärke der SD1 ist die Detailschärfe. Und die geht beim kleinsten Wackler verloren.


10. Sensor und Staubschutz reinigen

Sigma hat eine eigene Lösung gegen Staub: das Staubschutzglas hinter dem Bajonett. Staub landet auf diesem Glas statt auf dem Sensor.


11. RAW-Entwicklung mit SIGMA Photo Pro

Die RAW-Dateien der SD1 (Format X3F) lassen sich nur mit SIGMA Photo Pro (SPP) wirklich ausreizen. Gängige RAW-Konverter unterstützen den Foveon nur eingeschränkt oder gar nicht.

Mein Arbeitsablauf:

  1. Bilder von der Karte auf den Rechner kopieren.
  2. In SPP öffnen und die beste Aufnahme aussuchen.
  3. Weißabgleich prüfen und korrigieren. Bei Foveon-Bildern lohnt sich das fast immer.
  4. Belichtung, Kontrast, Schatten und Lichter anpassen.
  5. Schärfe nur sparsam erhöhen. Der Foveon liefert ohne Tiefpassfilter von Haus aus enorm scharfe Bilder.
  6. Als 16-Bit-TIFF exportieren und in Gimp oder einem anderen Programm weiterbearbeiten.

Unter Linux: SPP für Windows herunterladen und mit Wine installieren. Das funktioniert.

Eine ausführliche Anleitung gibt es im Sigma-Blog.


12. Alte Mittelformat-Objektive adaptieren

Mit einem Adapterring von Kiev-Bajonett auf Sigma SA lassen sich Objektive aus der 6×6-Welt verwenden, zum Beispiel das Jupiter-36B 3,5/250.


13. Wenn es hakt: typische Probleme

Problem Ursache und Lösung
Die Kamera reagiert nach der Aufnahme kaum Sie schreibt noch auf die Karte. Warten, bis die Zugriffsleuchte erlischt
Der Akku ist schnell leer Normal für die SD1. Ersatzakku mitnehmen, Bildkontrolle am Display sparsam nutzen
Bilder rauschen stark ISO zu hoch. Möglichst bei ISO 100 bis 400 bleiben, notfalls Stativ statt hoher ISO
Farbstiche im Bild Weißabgleich bei Mischlicht. In RAW fotografieren und in SPP korrigieren
Lichter sind ausgefressen Überbelichtet. Belichtungskorrektur ins Minus, Spotmessung auf helle Bereiche
Dunkle Flecken an immer gleicher Stelle Staub auf dem Schutzglas oder Sensor. Siehe Kapitel 10
Autofokus findet nichts Zu wenig Licht oder zu lichtschwaches Objektiv. Mittleres AF-Feld nutzen oder manuell fokussieren
Unschärfe trotz Stativ Bildstabilisator ausschalten, Spiegelvorauslösung und Kabelauslöser verwenden

14. Technische Daten auf einen Blick

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