Das steht in keinem Handbuch. Gesammelt aus Praxis, Foren und so manchem Fehlschuss.
Zurück zur SD1 Merrill | Mein Benutzerhandbuch
Bei 15 Megapixeln pro Schicht auf einem APS-C-Sensor ist zwischen f/5,6 und f/8 meist das Maximum an Schärfe erreicht. Ab f/11 frisst die Beugung sichtbar Details. Wer die volle Auflösung will, blendet also nicht reflexartig auf f/16 ab. Mehr Schärfentiefe gibt es lieber über einen größeren Abstand oder eine kürzere Brennweite.
Der Foveon liegt bei Mischlicht gerne mal daneben. Ein manueller Weißabgleich auf eine Graukarte bringt hier mehr als bei Bayer-Kameras. Gerade bei Serien unter gleichem Licht spart das viel Korrekturarbeit am Rechner.
Das Histogramm im Display basiert auf dem internen JPG, nicht auf den RAW-Daten. Im RAW steckt etwas mehr Reserve in den Lichtern, als das Display zeigt. Blinkende Lichter trotzdem ernst nehmen. Was wirklich ausgefressen ist, bleibt ausgefressen - und der Foveon verzeiht das noch weniger als andere Sensoren.
Die SD1 hat keinen Live-View. Für präzises manuelles Fokussieren, etwa mit adaptierten Mittelformat-Objektiven, helfen:
Bei den Sigma-SD-Modellen ist das abnehmbare Staubschutzglas gleichzeitig der Infrarot-Sperrfilter. Wer es herausnimmt, hat eine Kamera, deren Sensor auch Infrarot sieht - ganz ohne teuren Umbau.
Bei der SD14 war das in der Szene ein beliebter Trick. Bei der SD1 funktioniert das Prinzip genauso - am besten an der eigenen Kamera ausprobieren.
Viele Foveon-Fotografen stellen die Schärfung in SPP ins Minus und schärfen erst später gezielt in Gimp nach. Der Sensor liefert ohne Tiefpassfilter schon genug Biss, und die SPP-Schärfung erzeugt schnell helle Säume an Kanten.
Der Regler X3 Fill Light hellt die Schatten auf, ohne die Lichter anzufassen. Bei kontrastreichen Motiven ist er oft das wichtigste Werkzeug überhaupt.
Die Monochrom-Umwandlung in SPP gilt als eine der besten Schwarzweiß-Wiedergaben im Digitalbereich. Feine Tonwerte, kein Farbrauschen, viel Zeichnung. Unbedingt ausprobieren, besonders bei Landschaft, Architektur und Porträt.
SPP ist langsam. Größere Mengen am besten abends anstoßen und am Morgen die fertigen TIFFs einsammeln.
Das Open-Source-Projekt Kalpanika X3F Tools (Programm x3f_extract) wandelt X3F-Dateien in DNG oder TIFF um. Eine gute Alternative zum Wine-Umweg. Die gängigen Linux-RAW-Konverter wie Darktable oder RawTherapee können mit Foveon-RAWs dagegen kaum etwas anfangen.
Objektive mit SA-Bajonett sind heute oft für einen Bruchteil ihrer früheren Preise zu haben, weil kaum noch jemand SA-Kameras nutzt. Für SD1-Fotografen ein Paradies.
Bei manchen Weitwinkelobjektiven neigt der Foveon zu Farbverschiebungen an den Bildrändern. Wer es genau nimmt, macht eine Weißaufnahme durch eine Streuscheibe als Referenz und korrigiert damit. Für die meisten Motive reicht es aber, nicht zu weit ins Weitwinkel zu gehen.
Die letzte Firmware für die SD1 Merrill sollte drauf sein. Sie verbessert unter anderem die Kompatibilität mit Speicherkarten und die Verarbeitung.
Nachbau-Akkus für den BP-21 sind günstig und funktionieren meist, halten aber oft kürzer. Für den Ernstfall immer mindestens einen Originalakku dabeihaben.
Wer heute eine SD1 gebraucht kauft, sollte prüfen: