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Meine erstes Darknet

Na da stellt sich doch die Frage: Wie komme ich ins Darknet? und was ist das überhaupt.Dazu meint das BSI:

Das Clear Web

Das ist der Bereich des Internets, in dem wir shoppen, mit Freunden chatten oder Urlaubsfotos hochladen. Dieser leicht zugängliche Teil des Internets ist jedoch nur ein kleines Fragment des gesamten Netzes.

Das Deep Web

In diesem mit Abstand umfangreichsten Bereich (ca. 90% des gesamten Internets) befinden sich Firmendatenbanken, Streaming-Server sowie Online-Speicher. Grundsätzlich steht das Deep Web allen offen, viele Inhalte sind jedoch geschützt um bspw. Unternehmensgeheimnisse zu schützen.

Das Darknet

Dieser Raum des Internets ist ein vergleichsweise kleines Teilstück des Deep Webs. Es ist nicht auf herkömmliche Weise auffindbar, die Kommunikation wird verschlüsselt und die Urheber der Inhalte sowie seine Besucher bzw. Konsumenten wollen möglichst anonym bleiben.

Super! Dann mal schnell den TOR-Browser installiert oder portabel nutzen, sich mit dem Onion-Netzwerk verbinden und schauen was so läuft…
Ja Hacke, wo ist mein Google? Das ist schon mal der erste Fehler. Google ist zurecht als riesige Datenkrake bekannt. Obwohl viele Dienste des Internet-Giganten kostenlos zur Verfügung gestellt werden, sind sie nicht umsonst. Du bezahlst mit deinen Daten. Das ist im „Hidden Net“ (das ist das Deep- und Darknet) nicht wirklich erwünscht. Daher gibt es andere suchmaschinen:

und einige Andere. Nachdem wir jetzt lange genug nach Drogen, Waffen und wasweisich gesucht haben, wird es Zeit selbst mit zu mischen.

Mein Webserver im Darknet

Ich verwende aus Stromkosten-Gründen einen Einplatinen-Micro-Computer, wie zB ein Raspberry. Darauf installiere ich ein generisches Linux, am Besten ohne störende GUI. Das Ding wird sowieso nie einen Monitor erleben :)

Um damit arbeiten zu können brauchen wir auf dem Pi:

und eventuell eine externe Festplatte für die Daten. Wenn es irgendwann mal mehr Datenkrams werden wird, empfehle ich einen sicheren Platz im Netz an dem sich euer Webserver aufschaltet um von dort aus sein Arbeitsdaten zu beziehen, wie zum Beispiel die Black Cloud

Um mit dem Onion-Netz kommuniziere nu können brauchen wir den Zugang über Tor und Onion

Installation

sudo apt-get install tor (früher vidalia)

mit dem Onion-Netzwerk verbinden

Nun müsst Ihr den Raspberry Pi mit dem Onion-Netzwerk verbinden. Dazu sind folgende Befehle notwendig:

sudo /etc/init.d/tor restart
sudo chmod -R 777 /var/lib/tor
sudo /etc/init.d/tor stop

Außerdem müsst Ihr mit

sudo vim /etc/tor/torrc 

die Datei torrc bearbeiten. Hier findet Ihr eine Zeile, die mit vielen Rauten markiert ist:

# This section is just for location-hidden services #. 

Entfernt unterhalb an den Sektionen

HiddenServiceDir /var/lib/tor/hidden_service/
HiddenServicePort 80 127.0.0.1:80

die Rauten, um den Hidden-Service zu aktivieren. Fügt darunter noch die Zeile

HiddenServicePort 443 127.0.0.1:443

ein und startet tor wieder

sudo /etc/init.d/tor start

wieder starten. Mit

sudo chmod -R 777 /var/lib/tor

setzt Ihr zur Sicherheit noch einmal die Schreibrechte im Tor-Ordner.

Autostart

Jetzt die Dienste automatisch starten lassen

sudo systemctl enable ssh
sudo systemctl enable lighttpd
sudo systemctl enable tor

Onion-URL herausfinden und Darknet-Seite testen

cat /var/lib/tor/hidden_service/hostname

Zeigt euch die*.onion URL unter der dieser Webserver erreichbar ist. Alles was im Verzeichnis des Webservers ( /var/www/html ) liegt und via html ansprechbar ist, wird jetzt im Darknet verfügbar sein.

Alles zum nochmal lesen: https://community.torproject.org/onion-services/setup/

Zum Schluss

…noch ein Kommentar von mir. Das Darknet ist ein rechtsfreier Raum. Hier tummeln sich Personen mit unterschiedlichsten Beweggründen sich mitzuteilen. Nicht alle sind jugendfrei, manche sogar verstörend. Das muss euch bewusst sein!
Die Nutzung des Tor-Browsers und der Besuche einer*.onion-Seite ist weder strafbar noch macht es euch zu Hackern. Die Nutzung mancher angebotenen Dienste hingegen schon.
Ist es dann überhaupt hilfreich sich im Darknet aus zu kennen? Hier sage ich: Ja. Ein Beispiel:
Wollt ihr in einigen Staaten der nicht ganz so freien Welt unabhängige Informationen erhalten, sind die *.onion-Seiten freier Medienanstalten ein Segen. Bleibt informiert.