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Kommunikationsmanagement

Was ist Kommunikation

Kommunikation ist der Austausch von Informationen mithilfe von Sprache oder Zeichen zwischen einem Sender und einem oder mehreren Empfängern.

Wenn Kommunikation gelingen soll, muss sie mehrere Anforderungen erfüllen:

Neuro-Logik = Gehirngerecht

Die rechte Gehirnhälfte (rechte Hemisphäre) arbeitet „analog“. Dort werden vor allem Phantasien, Sinneseindrücke, Kreativität und Gefühle erzeugt und verarbeitet.
Die linke Hemisphäre arbeitet eher digital. Sie ist verantwortlich für die Verarbeitung abstrakter Zahlen, Fakten, Vokabeln, Formeln und Namen. Allerdings ist diese Gehirnhälfte, im Gegensatz zur rechten, meist überlastet.
Die Arbeit muss also besser (gleichmäßiger) verteilt werden. Die Informationen und Argumente müssen ausgeglichener mit Bildern, Gefühlen und Phantasie angereichert werden.

Psycho-Logik = Persönlichkeitsgerecht

Neben den neuronalen Aspekten der Kommunikation müssen die persönlichkeits-, wahrnehmungs- und beziehungsgerechten Bereiche berücksichtigt werden. Das heißt, dass ein Gespräch mit einem Pragmatiker anders ablaufen muss als das Gespräch mit einem Choleriker, um dieselbe Information zu übertragen. Wenn der Eine sein Interesse immer zuerst auf das „große Ganze“ legt, kann ein Anderer direkt sehr „detailverliebt“ in die Diskussion einsteigen.

Vor jedem Gespräch hilfreiche Fragen:

  • Kenne ich den Teilnehmerkreis und deren Zusammensetzung
  • Spreche ich vor Fachleuten oder Laien
  • Welche Einstellung haben sie zum Thema
  • Muss ich mit Vorurteilen rechnen
  • Welche Erwartungen haben die Zuhörer
  • Wie groß ist die Aufnahmefähigkeit (Konzentration und Motivation)
  • Wie wird die Stimmung sein

Sozio-Logik = Zielgruppengerecht

Eine zielgruppengerechte Kommunikation achtet auf soziale und sozialstatistische Eigenschaften der Gesprächspartner, wie z. B. Alter, Geschlecht, Einkommen, Status, Zugehörigkeit, Milieu …
Je nach Zielgruppe muss ich meine kommunikativen Stilmittel wählen. So können in einer Krisensituation Humor und Ironie unangebracht erscheinen. Rhetorische Elemente müssen mit der Situation verträglich sein.

Eine Informationsübertragung findet statt, wenn nützlicher Inhalt verbal, non-verbal oder meta-verbal gesendet, empfangen und verstanden (ausgewertet) wird. Dazu verwenden wir ein Protokoll zur Informationsübermittlung. Dies kann sein:

  • Anwendung von Schrift, Sprache, Bildern, Chemie und Gesten
  • Kulturelle Vorgaben

Ein Protokoll muss von beiden Seiten (Sender und Empfänger) vor der Übermittlung festgelegt werden und nutzbar sein, um Information sinnvoll zu übertragen. Verifizierbar wird Kommunikation erst, wenn die Sendung beim Empfänger ankommt und dieser dem Sender eine Rückmeldung gibt.

Das Problem der Kommunikation

Zusammenfassung

Kommunikation ist ein Prozess, innerhalb dessen ein Sender (Kommunikator) eine Botschaft, welche in sprachliche oder nicht-sprachliche Zeichen verschlüsselt wird, über spezielle Kommunikationskanäle an einen Empfänger (Kommunikant) sendet, der diese Botschaft entschlüsselt.

Drei Säulen der Kommunikation

Verbale Mittel
Welche Wörter benutze ich
Paraverbale Mittel
Wie spreche ich
Nonverbale Mittel
Wie spricht mein Körper
Schriftlich und mündlich Aussprache Mimik
Ich- Wir- Du-Botschaften Deutlichkeit Gestik
Muttersprache Sprechgeschwindigkeit Blickkontakt
Dialekt Lautstärke Körpersprache
Sprache als Kulturgut Tonhöhe Körperhaltung
Humor Zittern in der Stimme Kleidung
Fremdsprachenkenntnisse Ironie Schmuck
Fachausdrücke Betonung Statussymbole
Satzbau Akzente Erscheinungsbild
Füllwörter Sprechpausen Rauchzeichen
Fragetechniken Sprachmelodie Symbole und Zeichen
Übertreibung Stimmfarbe
Grammatik

Die Eisbergtheorie

Nach diesem populären Modell bezieht sich nur ein kleiner Teil unserer Kommunikation auf die Sachebene (Zahlen, Daten, Fakten, Argumente, Vorteile), der weitaus größere Teil auf die Beziehungsebene (Emotionen, Gefühle, Ängste, Hoffnung, Sympathie, Sorgen).

Die oft genannte Verteilung von 20 % zu 80 % ist als anschauliche Faustregel zu verstehen, nicht als exakt gemessener empirischer Wert.

Videos dazu:

Welche Kommunikationsmöglichkeiten erkennen wir hier?

  • Pinguine: System des Körperkontaktes, damit jeder mal in die wärmende Mitte kommt
  • Ameisen stimmen sich ab, um gemeinsam Kräfte zu bündeln
    • Duftstoffe der Ameisen
    • Rollenverteilung: Soldaten geben den Arbeiterinnen den Befehl, Erdklumpen zu sammeln
    • Senden von SOS-Signalen
    • Körperliche Auseinandersetzung mit der Gottesanbeterin
  • Bienen: Lockstoffe versprühen, um andere ans Ziel zu locken
    • Überhitzte Bienen senden ein chemisches Signal an die Kundschafterinnen
    • Bienen führen einen Schwänzeltanz auf, um Ort und Entfernung des nächsten Standorts anzuzeigen
    • Schwirrlauf als Zeichen des gemeinsamen Aufbruchs

Vier Hauptgruppen von Argumenten

Fakten Emotionen Plausibilität Moral
Zahlen, Fakten
Gesetze, Paragraphen
Logik
Angst, Panik …
Freude, Glück …
Feindbilder
Angriffe
Beispiele, Vergleiche
Theorie-Praxis
Mehrheitsmeinungen
Extreme Alternativen
Salami-Taktik
Höhere Werte
Moralische Instanzen
Angemessenheit

Kommunikation im Leben

Kommunikation ist wichtig für uns Menschen

  • Grundbedürfnisse äußern
  • Neugeborene brauchen Zuwendung
  • Kinder brauchen Feedback und Bestätigung
  • Schüler bekommen Noten und Beurteilungen
  • Auszubildende erlernen im Betrieb die berufliche Handlungsfähigkeit
  • Vorstellungsgespräche bei Berufsanfängern
  • Erwachsene arbeiten zusammen und bilden eine Synergie
  • Rentner brauchen soziale Kontakte
  • Der Mensch möchte sich weiterentwickeln
  • Hilferufe

Kommunikation kann missbraucht werden

  • Leute beleidigen und psychisch verletzen
  • Negative Manipulation
  • Nörgeln und Schimpfen vergiftet die Stimmung
  • Hetzerei
  • Wahrheitsverzerrung
  • Negativer Gruppenzwang
  • Bestrafung durch Ignorieren
  • Herabsetzung, Demütigung
  • Hassreden
  • Gewalt als körperliche Kommunikation, um anderen physischen Schaden zuzufügen

Die vier Seiten einer Nachricht

Das Kommunikationsquadrat ist das bekannteste Modell von Friedemann Schulz von Thun und inzwischen auch über die Grenzen Deutschlands hinaus verbreitet. Bekannt geworden ist dieses Modell auch als „Vier-Ohren-Modell“ oder „Nachrichtenquadrat“.

Wenn ich als Mensch etwas von mir gebe, bin ich auf vierfache Weise wirksam. Jede meiner Äußerungen enthält, ob ich will oder nicht, vier Botschaften gleichzeitig:

  • eine Sachinformation (worüber ich informiere) – blau
  • eine Selbstkundgabe (was ich von mir zu erkennen gebe) – grün
  • einen Beziehungshinweis (was ich von dir halte und wie ich zu dir stehe) – gelb
  • einen Appell (was ich bei dir erreichen möchte) – rot

Ausgehend von dieser Erkenntnis hat Schulz von Thun 1981 die vier Seiten einer Äußerung als Quadrat dargestellt. Die Äußerung entstammt dabei den „vier Schnäbeln“ des Senders und trifft auf die „vier Ohren“ des Empfängers. Sowohl Sender als auch Empfänger sind für die Qualität der Kommunikation verantwortlich, wobei die unmissverständliche Kommunikation der Idealfall ist und nicht die Regel.

Die vier Ebenen der Kommunikation

Sachebene

Auf der Sachebene des Gesprächs steht die Sachinformation im Vordergrund, hier geht es um Daten, Fakten und Sachverhalte. Dabei gelten drei Kriterien:

  • wahr oder unwahr (zutreffend/nicht zutreffend)
  • relevant oder irrelevant (sind die aufgeführten Sachverhalte für das anstehende Thema von Belang?)
  • hinlänglich oder unzureichend (sind die angeführten Sachhinweise ausreichend, oder muss vieles zusätzlich bedacht werden?)

Die Herausforderung für den Sender besteht auf der Sachebene darin, die Sachverhalte klar und verständlich auszudrücken. Der Empfänger kann auf dem Sachohr entsprechend der drei Kriterien reagieren.

Selbstkundgabe

Für die Selbstkundgabe gilt: Wenn jemand etwas von sich gibt, gibt er auch etwas von sich preis. Jede Äußerung enthält gewollt oder unfreiwillig eine Kostprobe der Persönlichkeit – der Gefühle, Werte, Eigenarten und Bedürfnisse. Dies kann explizit („Ich-Botschaft“) oder implizit geschehen.

Während der Sender mit dem Selbstkundgabe-Schnabel implizit oder explizit, bewusst oder unbewusst Informationen über sich preisgibt, nimmt der Empfänger diese mit dem Selbstkundgabe-Ohr auf: Was ist das für einer? Wie ist er gestimmt? Was ist mit ihm?

Beziehungsseite

Auf der Beziehungsseite gebe ich zu erkennen, wie ich zum Anderen stehe und was ich von ihm halte. Diese Beziehungshinweise werden durch Formulierung, Tonfall, Mimik und Gestik vermittelt.

Der Sender transportiert diese Hinweise implizit oder explizit. Der Empfänger fühlt sich durch die auf dem Beziehungsohr eingehenden Informationen wertgeschätzt oder abgelehnt, missachtet oder geachtet, respektiert oder gedemütigt.

Appellseite

Die Einflussnahme auf den Empfänger geschieht auf der Appellseite. Wenn jemand das Wort ergreift, möchte er in aller Regel etwas erreichen. Er äußert Wünsche, Appelle, Ratschläge oder Handlungsanweisungen.

Die Appelle werden offen oder verdeckt gesandt. Mit dem Appell-Ohr fragt sich der Empfänger: Was soll ich jetzt (nicht) machen, denken oder fühlen?

Ein Beispiel

Decodierung

Decodierung ist die Entschlüsselung von Nachrichten. Keine Nachricht ist zu 100 % vollständig. Wir verspüren beim Zuhören den Drang, sie zu vervollständigen. Wenn wir bei Unklarheiten nicht nachfragen, beantworten wir im Gehirn die offenen Fragen selbst.

Videos:

Feedbackgespräche

In einem beruflichen Feedbackgespräch findet keine Beurteilung statt. Es ist eine situationsbedingte Rückmeldung. Beziehungsaussagen sind irreführend und zu minimieren.

Spielregeln für ein Feedbackgespräch
Gespräch geben (Sender) Gespräch empfangen (Empfänger)
sobald als möglich
situationsbezogen
beschreibend ohne Wertungen
ehrlich und offen
als persönliche Wahrnehmung in „Ich-Form“
Möglichkeit des eigenen Irrtums ansprechen
zu- und anhören, nachfragen, keine Rechtfertigung
wertschätzen
als Chance zur persönlichen Weiterentwicklung sehen
sich selbst reflektieren

Videos:
https://www.youtube.com/watch?v=3lF8zZtzvM0
Autorität: https://www.youtube.com/watch?v=fjOMnb2xNIM
Wir müssen was tun: https://www.youtube.com/watch?v=HUlv1NCcMtE

Die 5 Axiome der Kommunikation

1. Man kann nicht nicht kommunizieren

„Man kann nicht nicht kommunizieren, denn jede Kommunikation (nicht nur mit Worten) ist Verhalten, und genauso wie man sich nicht nicht verhalten kann, kann man nicht nicht kommunizieren.“

Praktisches Beispiel: Eine Frau sitzt im Wartezimmer eines Arztes und starrt die ganze Zeit nur auf den Boden. Zunächst könnte man annehmen, sie würde nicht kommunizieren. Dennoch tut sie es, indem sie den anderen Wartenden nonverbal mitteilt, dass sie keinerlei Kontakt möchte.

2. Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt

„Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt, wobei letzterer den ersten bestimmt.“

Der Inhaltsaspekt hat die Aufgabe, Informationen zu vermitteln. Der Beziehungsaspekt gibt Aufschluss darüber, wie die Beziehung vom Empfänger aufgefasst wird. Es gibt keine rein informative Kommunikation – jede Äußerung enthält auch eine Beziehungsaussage, z. B.:

„Sie haben aber eine schöne Perlenkette. Ist die echt?“

Durch Gestik, Mimik und Tonfall des Sprechers werden im Angesprochenen verschiedene Reaktionen ausgelöst:

  • Bestätigung (die Aussage wird als Kompliment verstanden)
  • Verwerfung (die Aussage wird abgelehnt, da sie als negativ empfunden wurde)
  • Entwertung (der Sprecher und seine Aussage werden entwertet)
  • Wird eine negative Beziehung auf der Inhaltsebene ausgetragen, kann dies eine gestörte Kommunikation zur Folge haben

Praktisches Beispiel: Peter wertet in einer Diskussion die Argumente von Stefanie ab, weil er sie nicht leiden kann.

3. Kommunikation ist immer Ursache und Wirkung

„Die Natur einer Beziehung ist durch die Interpunktion der Kommunikationsabläufe seitens der Partner bedingt.“

Auch hier lassen sich Regeln festhalten:

  • Jeder Teilnehmer einer Interaktion gibt der Beziehung eine Struktur
  • Auf jeden Reiz folgt eine Reaktion (Verhaltenskette)
  • Jeder Reiz ist zugleich auch Kommunikation, da Kommunikation kreisförmig verläuft – es gibt keinen Anfangspunkt

Praktisches Beispiel: Eine Ehefrau beschwert sich, ihr Mann würde sich ständig zurückziehen. Der Mann weist darauf hin, dass er sich nur zurückziehe, weil seine Frau ständig an ihm herumnörgle. Die Frau nörgelt also, und der Mann zieht sich zurück. Weil er sich zurückzieht, nörgelt sie weiter. Es entsteht ein Teufelskreis.

Liegt eine Störung vor, nimmt einer der beiden Kommunikationspartner an, dass der andere dieselben Informationen besäße wie er selbst. Durch diese subjektive Wahrnehmung tritt meistens genau das ein, was der gestörte Kommunikationspartner prophezeit hat (Ursache-Wirkung-Zusammenhang).

4. Menschliche Kommunikation bedient sich analoger und digitaler Modalitäten

In der Kommunikation gibt es zwei Möglichkeiten, Objekte darzustellen: durch Analogie (z. B. eine Zeichnung) oder indem man dem Objekt einen Namen gibt.

Digital Inhaltsaspekt einer Nachricht – es wird komplexes Wissen übermittelt, logische Verknüpfungen und Negationen lassen sich ausdrücken. Komplexe, logische Syntax, aber wenig Semantik im Bereich der Beziehungen.

Analog Beziehungsaspekt einer Nachricht – wesentlich älter. Großes semantisches Potenzial im Bereich der Beziehungen, aber keine eindeutige Syntax.

Mit analogen Elementen wird häufig die Beziehungsebene vermittelt, mit digitalen die Inhaltsebene. Es gibt Tränen des Schmerzes und der Freude, und ein Lächeln kann Sympathie oder Verachtung ausdrücken. Analoge Kommunikation ist mehrdeutig und kann unterschiedlich entschlüsselt werden. Durch mögliche Fehlinterpretationen können Konflikte zwischen den Kommunikationspartnern entstehen.

Beispiel: Ein Küsschen, das ein Kind von seinen Eltern bekommt, kann heißen: „Wir mögen dich sehr gerne!“, oder auch „Lass uns bitte jetzt in Ruhe!“

5. Kommunikation ist symmetrisch oder komplementär

„Zwischenmenschliche Kommunikationsabläufe sind entweder symmetrisch oder komplementär, je nachdem ob die Beziehung zwischen den Partnern auf Gleichgewicht oder Unterschiedlichkeit beruht.“

Symmetrisch Zwei gleichstarke Partner streben nach Gleichheit und Verminderung von Unterschieden – ein „spiegelhaftes Verhalten“. Eine Störung liegt bei symmetrischer Eskalation vor, wenn sich die Partner gegenseitig „auszustechen“ versuchen.

Komplementär Es gibt immer einen „superioren“ und einen „inferioren“ Partner, die sich in ihrem Verhalten ergänzen. Eine sehr starre Komplementarität findet man z. B. in Mutter-Tochter-Beziehungen.

Diese Zuordnung ist stets im gesellschaftlichen und kulturellen Kontext zu sehen – es geht nicht darum, sie mit „stark-schwach“ oder „gut-schlecht“ zu verknüpfen. Die Partner stehen in einem Wechselverhältnis: Das Verhalten des einen bedingt das des anderen und umgekehrt.

Daraus entstehen häufig paradoxe Handlungsaufforderungen – entweder „doppelte Botschaften“ (z. B. nonverbal etwas anderes ausdrücken als man sagt) oder paradoxe Voraussagen.

Beispiel: (A) bekommt einen roten und einen grünen Pullover von (B) geschenkt. Er zieht den roten an. (B) unterstellt, dass ihm der grüne wohl nicht gefallen habe. Hätte (A) den grünen zuerst angezogen, wäre dasselbe passiert. Egal was (A) gemacht hätte, es wäre falsch gewesen.

Solche Situationen entstehen, wenn zu viele Probleme bestehen, diese nicht gelöst werden können, oder die Lösung selbst zum Problem wird. Unangemessene Lösungsversuche sind dabei:

  • Verleugnen: Das Bestehen von Problemen wird geleugnet; wer auf das Problem hinweist, wird entwertet.
  • Utopiesyndrom: Unmögliche Lösungen werden für möglich gehalten. Der Betreffende schiebt alles auf die eigene Unzulänglichkeit, nicht auf die Unerreichbarkeit des Ziels. Bewährte Lösungen werden nicht aufgegriffen, es entstehen Pseudoprobleme.

Watzlawicks 4 Schritte zur Problemlösung

  1. Problem definieren – zwischen echten und Pseudoproblemen unterscheiden
  2. Bisherige Lösungsversuche untersuchen – sind die Probleme vielleicht erst durch Fehllösungen entstanden?
  3. Ziele bzw. Lösungen formulieren – Utopien und vage Lösungen bleiben außen vor
  4. Planung durchführen

Transaktionsanalyse

nach Eric Berne

„Jeder Ich-Zustand wird definiert durch eine Kombination von Fühlen und Erleben, welche in sich geschlossen ist, wo also Fühlen und Erleben zusammen ablaufen“ (Stewart & Joines 2006, S. 39).

Was ist eine Transaktion

Eine Übertragung von Gütern, Geld, Informationen, Botschaften usw.
In der Kommunikation sehen wir die Transaktion als Wechselbeziehung. Beispiel: Paul stellt Tina eine Frage, Tina gibt eine Antwort.

Die 6 Ich-Zustände

Das kritische Eltern-Ich (KEI)

  • bemängelnd
  • sucht vieles besser zu wissen
  • versucht, Vorurteile und Urteile zu kommunizieren
  • versucht, andere anzuleiten

Das stützende Eltern-Ich (SEI)

  • hilfsbereit
  • in manchem selbstlos
  • versucht, auch pädagogisch zu leiten

Lehrerinnen und Lehrer zeigen in ihrer Berufstätigkeit dominante Verhaltensweisen aus dem Eltern-Ich – sowohl fürsorgliche als auch fordernde und kritische.

Das Erwachsenen-Ich (EI)

Das Erwachsenen-Ich ist mit dem Begriff des Ichs bei Sigmund Freud weitgehend identisch. Es ist der Teil unserer Persönlichkeit, der uns hilft, Entscheidungen zu treffen sowie Daten und Fakten aufzunehmen, zu analysieren, zu speichern und abzurufen.
Es markiert den sachlichen und rationalen Aspekt unserer Persönlichkeit. Im Bereich der körpersprachlichen Indizien ist das Erwachsenen-Ich wenig repräsentiert. Ein Indiz dafür, dass eine Person mit ihrem Erwachsenen-Ich zuhört, ist ein offenes, dem Gesprächspartner zugewandtes Gesicht.

Das natürliche (freie) Kindheits-Ich (NKI)

Das Kindheits-Ich ähnelt dem „Es“ bei Freud. Im Kindheits-Ich lebt der Mensch seine Bedürfnisse, Triebe und Antriebe sowie das „Haben- und Tun-Wollen“ spontan aus. Neugierde, Spontaneität, Kreativität, Forscherdrang, Sexualität und ein natürlicher Spieltrieb gehören dazu. Das Kindheits-Ich kennt keine Moral, darf aber nicht als kindlich oder unreif bezeichnet werden, sondern eher als kindhaft. Es begleitet einen Menschen ein Leben lang und ist der eigentliche „Sitz der Gefühle“.

Neben diesem freien Anteil unterscheidet man zwei weitere Ausprägungen, je nachdem wie die Person auf Erwartungen und Regeln anderer reagiert:

Das angepasste Kindheits-Ich (AKI)

Fügt sich den Erwartungen, Regeln und Normen anderer (meist ursprünglich der Eltern) unter:

  • Höflichkeit, Rücksichtnahme, Regelbefolgung
  • Anpassungsbereitschaft, auch auf Kosten eigener Bedürfnisse
  • Unsicherheit, Schuldgefühle, Rückzug bei Konflikten
  • Bedürfnis nach Zustimmung und Harmonie

In Maßen sozial notwendig; im Übermaß führt es zu übertriebener Unterwürfigkeit oder Selbstverleugnung.

Das rebellische Kindheits-Ich (RKI)

Lehnt sich gegen Regeln, Erwartungen und Autoritäten auf:

  • Trotz, Widerspenstigkeit, bewusste Regelverletzung
  • Provokation und Widerstand gegenüber Vorgaben
  • „Nein“-Sagen als Selbstbehauptung
  • Verweigerungshaltung, auch wenn sie der eigenen Sache schadet

Hat auch eine gesunde Seite (Abgrenzung, eigene Position vertreten); in ausgeprägter Form führt es zu unproduktivem Widerstand.

Weitere Literatur: EBI: Die Ich-Zustandstheorie

Egogramm und Antreibertest

Ein Egogramm ist eine grafische Analyse, die Aufschluss über die Verteilung der jeweiligen Ich-Zustände einer Person gibt.

Egogramm online erstellen: http://www.touchdown.ch/tdego/
Online-Antreiber-Test: https://www.helena-weingartner.ch/der-antreibertest/

Das Drama-Dreieck

von St. Karpman

Der Retter Der Verfolger Das Opfer
braucht das Opfer als hilfloses Wesen, um selbst bestätigt zu werden, gebraucht zu werden, zu beweisen, dass es ohne ihn nicht geht, und um sich überlegen fühlen zu können. Der Retter stellt sich über andere Menschen, indem er ihnen die Fähigkeit aberkennt, selbst handeln zu können. Er handelt ungefragt, ohne direkten Auftrag.braucht es, anderen einen Fehler zuzuordnen, ihnen eine Schuld anzulasten oder sie zur Rechenschaft zu ziehen, um sich gerechtfertigt zu fühlen. Der Verfolger stellt sich über andere Menschen und setzt diese herab.muss sich demütigen lassen, um dann schmollen zu können, das eigene Unglück zu genießen und Verfolger oder Retter zu idealisieren, um sich vor der eigenen Verzweiflung zu schützen. Das Opfer ordnet sich Retter und Verfolger unter.

Das Gewinner-Dreieck

Ausstieg aus dem Drama-Dreieck: Acey Choy hat als Antithese das Gewinner-Dreieck konzipiert. Es verhindert Abwertungen und schreibt jeder der drei Rollen konstruktive Fähigkeiten zu, um spielfreie Beziehungen zu führen.

Schlagfertigkeit

Als Schlagfertigkeit bezeichnet man eine schnelle, treffende, zumeist witzige Reaktion auf sprachliche „Angriffe“. Sie verrät Intelligenz und Geistesgegenwart.

Reaktion auf

  • sprachliche Angriffe
  • unerwartete Situationen

Vermeiden wollen wir

  • peinliche Momente
  • Überforderung im Gespräch
  • unkontrollierte Äußerungen, die wir später bereuen

Checkliste für gelungene Schlagfertigkeit

  • Ruhig bleiben – nicht sofort emotional reagieren
  • Eine kurze Pause zulassen, bevor man antwortet
  • Auf die eigene Körpersprache und den Tonfall achten (ruhig, aufrecht, klar)
  • Nicht rechtfertigen, sondern selbstbewusst kontern
  • Kurz und klar bleiben, nicht in lange Erklärungen flüchten
  • Humor und Ironie dosiert einsetzen
  • Nie unter die Gürtellinie gehen oder persönlich verletzend werden
  • Notfalls bewusst schweigen oder das Thema wechseln

Muster und Taktiken

Die Gegenfrage Die Umkehrung Die unerwartete Zustimmung Unterstellung einer guten Absicht
Die Provokation wird mit einer direkten Gegenfrage abgewehrtHierbei drehen wir den Angriff herumWir stimmen dem vermeintlichen Vorwurf einfach zu, ohne RechtfertigungWir entspannen die Situation und bleiben friedlich
Wortneudeutung Übersetzungstaktik Das ironische Kompliment Metakommunikation
Wir deuten das negative Wort im Vorwurf positiv umMan definiert das angreifende Wort zu seinem VorteilMan verwirrt den Angreifer mit Ironie und einem unerwarteten KomplimentWir sprechen die Qualität der aktuellen Kommunikation an und legen den Angriff offen
Die Übergehung Die genaue Definition erfragen Lieber als Die Übertreibung
Wir nehmen den Angriff zur Kenntnis und gehen nicht weiter darauf einWir haken nach und wollen eine genaue Definition des angreifenden Wortes hörenEs geht noch schlimmer als der Angriff – wir suchen nach AssoziationenWir verteidigen den Angriff nicht, sondern setzen noch einen drauf
Zur Rede stellen Diplomatie Schweigen
Wir sprechen den Angriff offen an und stellen den Angreifer zur RedeWir lassen uns die Stimmung nicht vergiften und gehen sehr diplomatisch mit dem Angriff umWir schweigen nach dem Angriff und halten dabei entspannt den Blickkontakt, bis der andere sich unwohl fühlt

Was hindert uns, schlagfertig zu sein

unsere ErziehungAufregungUnsicherheitStimmungUnaufmerksamkeitBlamage

Schlagfertigkeit kann man lernen

  • Später aufkommende Ideen aufschreiben
  • Schlagfertige Konversationen im Kopf durchspielen (fördert die Kreativität und macht Spaß)
  • „Mit wem steht ein Konflikt bevor, und um was wird es gehen?“
  • „Was könnte bei kommenden Gesprächen für Einwände auftauchen?“
  • „Auf dem Weg ins Meeting ist man viel zu spät dran – was sage ich zur Begrüßung?“
  • Diskussionsrunden besuchen / Leute treffen, die eine andere Meinung haben
  • Serien und Filme mit guter Schlagfertigkeit ansehen und Notizen machen
  • Sprüche und Zitate notieren und auswendig lernen
  • Witze lesen und austauschen
  • Schlagfertigkeit trainieren

Persönlichkeitsmanagement

Der Begriff Persönlichkeit (abgeleitet von Person) hat die Individualität jedes einzelnen Menschen zum Gegenstand und bezeichnet meist einen lebenserfahrenen, reifen Menschen mit ausgeprägten Charaktereigenschaften (Quelle: Wikipedia).

Unser Genom ist so etwas wie die leere Hülle eines Hauses. Es liefert die Struktur und die Möglichkeiten dafür, wie sich ein Mensch entwickeln kann – etwa wie feinfühlig jemand ist oder wie stark er Emotionen wahrnimmt. Die Umweltfaktoren (Familienklima, Bildung, Ernährung, sportliche Förderung), also die Epigenetik, bestimmen, was wie und wann davon zum Tragen kommt. Gene entfalten ihre Wirkung also nur in Kombination mit der Umwelt. Daher sind wir grundsätzlich jederzeit in der Lage, unsere Persönlichkeit zu verändern, auch wenn wir im Alter tendenziell unflexibler werden.

Zwei Eigenschaften sind für unseren Charakter hauptverantwortlich: Veranlagung und äußere Einflüsse. Wir unterscheiden zwei grundsätzliche Persönlichkeitstypen: sicher (souverän) und unsicher.

Faktoren der Persönlichkeitsentwicklung

Urvertrauen

Das Urvertrauen wird im Säuglingsalter gebildet.
Wer Urvertrauen hat, denkt positiv, ist mutig, offen und souverän.
Ist das Urvertrauen gestört, sind wir pessimistisch, ängstlich, skeptisch und scheuen Kritik und Konflikte.

Selbstwertgefühl

Das Selbstwertgefühl setzt sich aus fünf Punkten zusammen:

  1. Selbstwahrnehmung: sich selbst beobachten und reflektieren
  2. Selbstachtung: für sich und seine Überzeugungen einstehen
  3. Selbstbewusstsein: seine persönlichen Eigenheiten kennen
  4. Selbstwirksamkeit: Überzeugung, dass man fähig ist, etwas auszuführen oder zu erlernen
  5. Selbstverwirklichung: Realisierung der eigenen Ziele und Wünsche
Die drei Typen des Selbstwertgefühls
Starkes Selbstwertgefühl Übertriebenes Selbstwertgefühl Schwaches Selbstwertgefühl
Man schätzt sich selbst realistisch ein
Fehlschläge werden eingeräumt
Kritik wird gut vertragen und zur Weiterentwicklung genutzt
hohes Ansehen bei den Mitmenschen
Überheblichkeit
Rücksichtslosigkeit
Kampfrhetorik
Geringschätzung anderer
wenig Empathie und Toleranz
Man unterschätzt sich und traut sich wenig zu
Fehlschläge verletzen das Selbstbild noch mehr
Konflikte bedeuten großen Stress
man macht sich abhängig von der Meinung anderer
niedriges Ansehen bei den Mitmenschen
Wie gehen wir damit um
Wir können ihm ohne Probleme die Meinung sagen
Diskussionen fallen leicht
Konflikte lösen sich einfach auf
Nachsicht haben
Sachebene statt Beziehungsebene
nicht zu stark bewerten
Beobachtungen darstellen (berufliches Feedback)
für Auslastung sorgen
Grenzen aufzeigen
kommunikative Hilfe hinzuziehen
Aktives Zuhören
ermutigen
loben
anerkennen
einfache Worte und Sätze verwenden
mehr Zeit geben
einladen, die eigene Meinung zu sagen
Erfolgserlebnisse bieten
Kritik nur sachlich oder als berufliches Feedback
nicht vor anderen bloßstellen
Schulungen anbieten
empathisch Kontakt aufnehmen

Individuelle Normen und Werte

Persönliche Grundsätze, die uns helfen, unser Handeln zu bewerten, werden zunächst von den Eltern übernommen und später reflektiert:

  • Annahme der Normen und Werte: Man lebt danach
  • Ablehnung der Normen und Werte: Man lebt nach dem Gegenteil

Leistungsbereitschaft und Eigenverantwortung

Die Leistungsbereitschaft ist eng mit der Selbstwirksamkeit verknüpft (man bewirkt etwas mit seinem Verhalten, man übt Einfluss aus). Die Eigenverantwortung befähigt uns,

  • im Beruf und Privatleben Verantwortung zu übernehmen
  • eigenständig zu arbeiten
  • Entscheidungen zu treffen, trotz möglicher Ängste

Konflikte lösen durch Mediation

Unter dem Begriff Mediation (lateinisch „Vermittlung“) versteht man ein strukturiertes, freiwilliges Verfahren zur konstruktiven Beilegung eines Konflikts. Die Konfliktparteien (die Medianden) gelangen dabei mit Unterstützung einer dritten, „allparteilichen“ Person (dem Mediator) zu einer gemeinsamen Vereinbarung, die ihren Bedürfnissen und Interessen entspricht. Der Mediator trifft keine eigenen Entscheidungen bezüglich des Konflikts, sondern unterstützt die Medianden dabei, eine gemeinsame Lösung zu finden. (Quelle: https://www.streitschlichter.at/mediation-erklaert/)

Die Phasen der Mediation

Techniken

Die üblichen Verdächtigen

  • Brainstorming
  • Gruppenarbeiten
  • Aktives Zuhören
  • Paraphrasieren, Spiegeln
  • Metakommunikation
  • Ich-Botschaften (wirken weniger anklagend)
  • Reframing
  • Visualisierung
  • Win-Win-Situation aufzeigen
  • Analysieren der Konfliktpunkte aus dem Erwachsenen-Ich-Zustand
  • Fragetechniken

Parteienzentrierte Gesprächsführung

Es geht um Echtheit und Transparenz des Mediators. Für ihn bedeutet das, er:

  • zeigt sich als Mensch mit Gefühlen
  • geht eine Beziehung von Person zu Person ein
  • ist offen und nimmt keine Abwehrhaltung ein
  • kontrolliert bewusst nonverbale und paraverbale Mittel
  • kommuniziert auf Augenhöhe mit Partei A & B (symmetrische Kommunikation)
  • hilft damit verschlossenen Parteien, sich zu öffnen (stützendes Eltern-Ich & Erwachsenen-Ich)

Kollegiale Beratung

Die Idee: Gleichgestellte beraten sich gegenseitig auf Augenhöhe. Findet Anwendung in Medizin, Psychologie, Pädagogik und Sozialarbeit.
Für den Mediator bedeutet das, er:

  • schlüpft in die Rolle eines Gleichgestellten (Auflösung der Hierarchie)
  • achtet darauf, dass Partei A & B auf Augenhöhe kommunizieren

Doppeln

Vorgehen des Mediators:

  • hört sich den Standpunkt an, zeigt Verständnis
  • wiederholt die Aussage mit eigenen Worten
  • verbalisiert nicht Ausgedrücktes
  • bringt potenziell versteckte Gefühle ans Licht

„Das Tal der Tränen öffnet den Weg, um unsichtbare Dämonen zu besiegen“ → Wer über Ängste und Sorgen spricht, kann diese loswerden.

Supervision

Psychotherapeutisch fundierte Beratung als moderierte Gesprächsrunde. Ziel: Konflikte lösen, Arbeitsprozesse optimieren, Beziehungen verbessern. Der Mediator schlüpft in die Rolle des Supervisors (engl. für Aufsicht, Betreuer):

  • hört sich beide Seiten an, bittet, eigene Ziele zu formulieren
  • leitet eine Diskussion ein
  • zeigt, wie man konstruktive Kritik gibt (Wertschätzung)
  • analysiert Arbeitsprozesse mit beiden Parteien
  • unterstützt die Lösungsfindung unter Berücksichtigung der Unternehmenswerte
  • hält Ergebnisse fest

Weitere Informationen:



Anhang

Systemische Fragestellung

Ernährung und geistige Leistungsfähigkeit

Die folgenden Punkte sind allgemeine Lebensstilfaktoren – keine medizinische Beratung und kein Ersatz für eine individuelle Ernährungsberatung.

Ernährung, Schlaf, Bewegung und Tageslicht beeinflussen Konzentration, Stimmung und damit auch die Qualität unserer Kommunikation.

BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor)

BDNF ist ein körpereigenes Wachstumsprotein, das die Bildung und den Erhalt von Nervenzellen unterstützt (siehe https://flexikon.doccheck.com/de/Wachstumsfaktor_BDNF). Ein höherer BDNF-Spiegel wird in Studien mit besserer Lern- und Gedächtnisleistung sowie einer gewissen Schutzwirkung für das Gehirn in Verbindung gebracht. Konkrete Prozentangaben zur Steigerung durch einzelne Lebensmittel oder Präparate sind wissenschaftlich nicht seriös zu beziffern und werden hier bewusst nicht genannt.

Nachweislich positiv beeinflussende Faktoren:

  • regelmäßige körperliche Bewegung, insbesondere Ausdauer- und Krafttraining
  • ausreichend und regelmäßiger Schlaf
  • Tageslicht und ein stabiler Tag-Nacht-Rhythmus
  • reduzierter Konsum von isoliertem Zucker und stark verarbeiteten Kohlenhydraten
  • zeitweiliges Fasten (z. B. Intervallfasten) – individuell mit Vorsicht und ggf. ärztlicher Rücksprache

Omega-3-Fettsäuren

Ein ausgewogenes Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren gilt als günstig für Zellfunktion und Entzündungsregulation. Omega-3 findet sich u. a. in fettem Fisch, Lein- und Chiasamen sowie Walnussöl (Übersicht: https://www.eatbetter.de/omega-3-lebensmittel-die-top-10). Ein einseitig hoher Omega-6-Anteil (z. B. viele Mandeln) lässt sich durch den Wechsel zu Haselnüssen, Cashews, Paranüssen oder Macadamias etwas ausgleichen.

Weitere unterstützende Lebensmittel (Auswahl)

Lebensmittel Wirkstoff Wirkung/Hinweis
Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte, Nüsse, BananenTryptophanVorstufe von Serotonin; Aufnahme ins Gehirn hängt vom Gesamternährungskontext ab (https://www.vitaminexpress.org/de/tryptophan)
KakaoTheobromin, Flavanolestimmungsaufhellende und durchblutungsfördernde Wirkung in Studien beschrieben (https://www.spektrum.de/lexikon/neurowissenschaft/anandamid/591)
Grüner TeeCatechine, Koffeinanregend, in Maßen unbedenklich (https://www.teekanne.de/de-de/story/enthaelt-gruener-tee-koffein/)
Kiwi, Brokkoli, ZitrusfrüchteVitamin Cunterstützt u. a. das Immunsystem (https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/vitamin-c-erstaunlich-gesund-1915)
ParanüsseSelenSpurenelement mit antioxidativer Funktion, in kleinen Mengen ausreichend (https://mein-kraeuterkeller.de/paranuesse-selen)

Die verbreitete Aussage, bestimmte Lebensmittel wie Zitrone würden den Körper „entsäuern“ oder das Blut „basisch“ machen, ist wissenschaftlich nicht haltbar – der Blut-pH-Wert wird vom Körper unabhängig von der Ernährung eng reguliert. Solche Aussagen werden hier daher bewusst nicht übernommen.