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audio:start [07 56 2026 18 : 56] – André Reichert-Creutzaudio:start [07 05 2026 19 : 05] (aktuell) – [Die nächste Gitarre: Marke Eigenbau] André Reichert-Creutz
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 Mitte der 80er reichte mir das Zuhören allein nicht mehr. Wenn schon Musik, dann richtig. Also las ich alles, was ich über das Pimpen von audiophiler Hardware in die Finger bekam. Und weil ein Verstärker nur so gut klingt wie das, was am Ende der Kabel hängt, landete ich zwangsläufig beim Lautsprecherbau. Mitte der 80er reichte mir das Zuhören allein nicht mehr. Wenn schon Musik, dann richtig. Also las ich alles, was ich über das Pimpen von audiophiler Hardware in die Finger bekam. Und weil ein Verstärker nur so gut klingt wie das, was am Ende der Kabel hängt, landete ich zwangsläufig beim Lautsprecherbau.
  
-Brave Kompaktboxen? Langweilig. Bei mir entstanden Hörner, Transmission-Line-Bassrutschen und meine ganz besonderen Lieblinge: **Raumklang-Lautsprecher**. Dabei liegt das Chassis und strahlt gegen eine Kugel. Der Schall verteilt sich rundum im Raum, so wie bei einem akustischen Instrument. Kein Sweet-Spot, kein Hörsessel-Zwang. Die Musik steht einfach im Zimmer.+Brave Kompaktboxen? Langweilig. Bei mir entstanden Hörner, Transmission-Line-Bassrutschen und meine ganz besonderen Lieblinge: **Raumklang-Lautsprecher**.
  
 Es dauerte nicht lange, bis Freunde und Familie fragten: „Baust du mir auch so eins?“ Klar doch. Mein Keller wurde zur Boxenmanufaktur, und die Wohnzimmer im Bekanntenkreis zu meinen Versuchslaboren. Es dauerte nicht lange, bis Freunde und Familie fragten: „Baust du mir auch so eins?“ Klar doch. Mein Keller wurde zur Boxenmanufaktur, und die Wohnzimmer im Bekanntenkreis zu meinen Versuchslaboren.
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 Dark-Rock war kein Zufall. Die End-80er waren meine schwarze Phase. **Dark and Gothic war mein Weg.** Musikalisch sowie auch modisch. Darf man das überhaupt „modisch“ nennen? Schwarz war jedenfalls keine Farbe, sondern eine Haltung. Dark-Rock war kein Zufall. Die End-80er waren meine schwarze Phase. **Dark and Gothic war mein Weg.** Musikalisch sowie auch modisch. Darf man das überhaupt „modisch“ nennen? Schwarz war jedenfalls keine Farbe, sondern eine Haltung.
  
-^ Band ^ Mein Urteil ^ +The Sisters of Mercy: großes Kino. Red Lorry Yellow Lorry: Bäng! Volle Schlagzeug-Breite. Und natürlich die Meister des okkulten Zeugs, Fields of the Nephilim. Später kamen auch gerne Goethes Erben dazu. Lacrimosa war mir zu arg und The Cure zu Mainstream.
-| The Sisters of Mercy | Großes Kino. | +
-| Red Lorry Yellow Lorry | Bäng! Volle Schlagzeug-Breite. | +
-| Fields of the Nephilim | Natürlich, die Meister des okkulten Zeugs. | +
-| Goethes Erben | Kamen später dazu, und das gerne. | +
-| Lacrimosa | Mir zu arg. | +
-| The Cure | Zu Mainstream. |+
  
 Der Schlagzeuger in mir hörte bei Red Lorry Yellow Lorry ganz genau hin, der Gitarrist bei den Sisters. Und der Boxenbauer? Der freute sich, wenn die Nephilim-Platten seine Bassrutschen ordentlich ins Schwitzen brachten. Der Schlagzeuger in mir hörte bei Red Lorry Yellow Lorry ganz genau hin, der Gitarrist bei den Sisters. Und der Boxenbauer? Der freute sich, wenn die Nephilim-Platten seine Bassrutschen ordentlich ins Schwitzen brachten.
  
 ==== Die nächste Gitarre: Marke Eigenbau ==== ==== Die nächste Gitarre: Marke Eigenbau ====
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 +Ganz unbedarft ging ich an die Sache nicht heran. Am Ende meiner Schulzeit, bevor ich den schnöden Beruf des Elektroinstallateurs wählte, durfte ich ein vierwöchiges Praktikum beim Mannheimer Holz-Instrumentenbauer Franke machen. Vier Wochen Hobelspäne, Leimgeruch und staunende Augen. Dort lernte ich grundlegend: **Eine Gitarre ist nicht nur ein Stück Holz.** Holzart, Maserung, Trocknung, Verleimung - alles klingt mit.
  
 Mein Anspruch an mein Instrument änderte sich. Die Vantage war mir zu lieblich geworden, eine Strato zu Mainstream. Nach einigen Stunden Ausprobieren sagte Till, Händler des Musicant in Mannheim: Mein Anspruch an mein Instrument änderte sich. Die Vantage war mir zu lieblich geworden, eine Strato zu Mainstream. Nach einigen Stunden Ausprobieren sagte Till, Händler des Musicant in Mannheim:
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 Keine Ahnung, woher das Ding kam, aber es war ein ordentliches Stück Holz, grob in Gitarrenform, mit Hals und allen E-Teilen. Im gut ausgebauten Handwerker-Keller machte ich mich ans Werk. An diesem Stück lernte ich im Selbstversuch, was es für ein halbwegs gutes elektrisches Saiteninstrument braucht. Nach einigen Änderungen an den Tonabnehmern war ich eigentlich recht zufrieden. Keine Ahnung, woher das Ding kam, aber es war ein ordentliches Stück Holz, grob in Gitarrenform, mit Hals und allen E-Teilen. Im gut ausgebauten Handwerker-Keller machte ich mich ans Werk. An diesem Stück lernte ich im Selbstversuch, was es für ein halbwegs gutes elektrisches Saiteninstrument braucht. Nach einigen Änderungen an den Tonabnehmern war ich eigentlich recht zufrieden.
  
-Die nächste sollte dann aber komplett Eigenbau werden. Dazu bekam ich ein Stück Mahagoni aus dem Bootsbau, besorgte mir einen durchgehenden Hals, verleimte die Teile und schnitt an der Bandsäge die Form des Korpus aus. Dieses Mal verzichtete ich auf eine Lackierung und merkte, wie sich das auf den Klang auswirkte. +Die nächste sollte dann aber komplett Eigenbau werden. Dazu bekam ich ein Stück Mahagoni aus dem Bootsbau, besorgte mir einen durchgehenden Hals, verleimte die Teile und schnitt an der Bandsäge die Form des Korpus aus. Dieses Mal verzichtete ich auf eine Lackierung und merkte, wie sich das auf den Klang auswirkte. Herr Franke hätte vermutlich zufrieden genickt.
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 ===== Die 90er ===== ===== Die 90er =====
  
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 1992 bekam ich meinen ersten Akustik-Lehrgang. Endlich gab es für das, was ich jahrelang im Keller nach Gehör und Bauchgefühl zusammengezimmert hatte, Formeln, Kurven und Theorie. Volumen, Abstimmung, Resonanzen - plötzlich ließ sich berechnen, was vorher Versuch und Irrtum war. Die Gehäuse konstruierte ich ab sofort am **Atari**. Zeichenbrett und Taschenrechner bekamen Konkurrenz. 1992 bekam ich meinen ersten Akustik-Lehrgang. Endlich gab es für das, was ich jahrelang im Keller nach Gehör und Bauchgefühl zusammengezimmert hatte, Formeln, Kurven und Theorie. Volumen, Abstimmung, Resonanzen - plötzlich ließ sich berechnen, was vorher Versuch und Irrtum war. Die Gehäuse konstruierte ich ab sofort am **Atari**. Zeichenbrett und Taschenrechner bekamen Konkurrenz.
  
-So wurde ein Teil meiner Studienarbeit der Bau einer **Raumklang-Lautsprechereinheit**. Das Kugelprinzip aus den 80ern, diesmal sauber berechnet und vermessen. Und das lange bevor Surround in jedem Wohnzimmer stand. Mehr zum Thema gibt es unter [[audio:lautsprecher|Lautsprecher]].+So wurde ein Teil meiner Studienarbeit der Bau einer **Raumklang-Lautsprechereinheit**. Das Prinzip aus den 80ern, diesmal sauber berechnet und vermessen. Und das lange bevor Surround in jedem Wohnzimmer stand. Mehr zum Thema gibt es unter [[audio:lautsprecher|Lautsprecher]].
  
 ==== Der WAL-Bass ==== ==== Der WAL-Bass ====
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 ==== Der eigene Bass ==== ==== Der eigene Bass ====
  
-Zuerst kümmerte ich mich um das Instrument. Ich rief meinen Saiten-Guru Till an und schilderte mein Leiden. Nach einem Gespräch und einigen Tassen Kaffee setzte ich mich ans Zeichenbrett und konstruierte meinen Bass. Till übernahm den Hals, weil dafür Spezialmaschinen nötig sind, ich zimmerte den Korpus zusammen. Ich überließ nichts dem Zufall, alles wurde berechnet und getestet. Heraus kam: +Zuerst kümmerte ich mich um das Instrument. Ich rief meinen Saiten-Guru Till an und schilderte mein Leiden. Nach einem Gespräch und einigen Tassen Kaffee setzte ich mich ans Zeichenbrett und konstruierte meinen Bass. Till übernahm
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-  * ein **Fretless** mit Cello-Mensur +
-  * durchgehender Hals mit dickem D-Querschnitt +
-  * Korpus aus Wurzelholz und Bergahorn +
-  * Tonabnehmer von **Bartolini**, etwas verändert +
-  * Elektronik: eine modifizierte „Le-Frog“ +
-  * keine Wirbel am langen Hals - die Mechanik sitzt für die bessere Gewichtsverteilung am anderen Ende der Saiten +
-  * ein Piezo-Element als Kick für die Oberwellen +
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-==== Music-Man aus dem Hochwasserkeller ==== +
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-{{ :audio:music-man-amps-1977.jpg?200|}} +
-Schon beim Bau war mir klar, es musste ein Röhren-Verstärker von Music-Man werden. Leider sind die Dinger ultrateuer und wenig vertreten. In Ludwigshafen hatten wir einen winzigen Instrumentenladen hinter dem Horten. Ohne Erwartung ging ich rein, weil ein Schild „SALE!“ mich lockte. +
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-> „Die alten Verstärker haben wir im Keller. Da war aber gerade Hochwasser, die haben alle einen Schaden.“ +
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-… war die ernüchternde Aussage. Aber: „Ja, ich glaube einen Music-Man haben wir - Ich geh mal schauen.“ Ufffff? Echt jetzt? „Hallo?+