Internes Rechnungswesen
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| Studienmaterial | |
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| internes_rechnungswesen_1572_int.pdf | Studienbrief |
| Audio Zusammenfassung | |
Das interne Rechnungswesen beschäftigt sich mit Folgendem:
- Planung
- Kontrolle
- Koordination von Unternehmensprozessen aus der Innensicht
Hier steht folglich die Gewinnmaximierung im Vordergrund. Oft bezeichnet man die interne Unternehmensrechnung auch als Kosten- und Leistungsrechnung oder Controlling. Meistens sind die Betrachtungen des Controllings nicht gegenwarts- oder vergangenheits-, sondern zukunftsorientiert. Dies ist ein erheblicher Unterschied zur Finanzbuchhaltung, die ausschließlich Auskunft über den Ist-Stand eines Betriebs gibt. In der Regel operiert man im internen Rechnungswesen mit Soll- und Ist-Werten. Das bedeutet, man arbeitet einen Plan aus, welches Ziel man in einem bestimmten Zeitraum erreichen möchte und mit welchen Maßnahmen man das versucht.
Ein Beispiel: Ziel ist es, den Gewinn innerhalb eines Jahres um 10 % zu steigern. Das versucht man, indem man die Kosten reduziert und so Geld spart.
Nach diesem zuvor definierten Zeitraum folgt der Soll-Ist-Vergleich. Bei dieser Vergleichsrechnung wird bestimmt, ob ein Ziel erreicht, übertroffen oder verfehlt wurde. Je nach den gewonnenen Erkenntnissen passt man den Handlungsplan für den nächsten Zeitraum an. So steuern Unternehmen ihre Entwicklung permanent in die gewünschte Richtung.
Grundbegriffe
- Auszahlungen ..der Prozess, in dem finanzielle Mittel ein Unternehmen verlassen = Verminderung des Zahlungsmittelbestandes.
- Ausgaben …wenn sich das Geldvermögen vermindert. = die Geldbeträge, die ein Unternehmen für bestimmte Zwecke ausgibt, also der gesamte Güterverkehr innerhalb eines Abrechnungszeitraums.
| Auszahlungen und Ausgaben | Erklärung | Beispiel |
|---|---|---|
| Ausgabenlose Auszahlungen | Die Tilgung eines Kredites ist eine Auszahlung, aber keine Ausgabe, da sich der Kassenbestand verringert, das Geldvermögen aber gleichbleibt. | Auszahlungen, die keine Ausgaben sind |
| ausgabengleiche Auszahlungen | Sie fallen etwa bei einem Barkauf von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen an. Sowohl der Zahlungsmittelbestand als auch das Geldvermögen reduzieren sich. | Auszahlungen und Ausgaben |
| auszahlungslose Ausgabe | Hier wäre der Kauf von Roh-,Hilfs- und Betriebsstoffen auf Ziel zu nennen. | Ausgabe ohne Auszahlung |
| Ausgaben und Aufwendungen | Erklärung | Beispiel |
|---|---|---|
| Aufwandslose Ausgabe | Es vermindert sich das Geldvermögen, das Nettovermögen bleibt hingegen unverändert. | Grundstückskauf, Spende |
| Aufwandsgleiche Ausgabe | Es verringern sich sowohl das Geld- als auch das Nettovermögen. | Kauf von Material, Löhne |
| Aufwendung, die nicht zu einer Ausgabe führt | Das Nettovermögen vermindert sich, das Geldvermögen bleibt hingegen konstant. | Abschreibung, Wertverlust |
| Aufwendungen und Kosten | Erklärung | Beispiel |
|---|---|---|
| betriebsfremder Aufwand | Betrieblich nicht notwendige Aufwände | Spende an eine karitative Einrichtung. |
| periodenfremder Aufwand | Aufwendungen, die in einer bestimmten Periode erfasst werden, obwohl sie eigentlich für eine andere Periode relevant sind. | Steuernachzahlung, Softwarelizenzen |
| außerordentlicher Aufwand | ungewöhnliche und nicht regelmäßig anfallende Aufwendungen, die außerhalb des normalen Geschäftsbetriebs liegen | Strafen, Reparaturen, Diebstahl |
| Zusatzkosten | Zu den Zusatzkosten werden vor allem kalkulatorische Kosten in Form des kalkulatorischen Unternehmerlohns oder des kalkulatorischen Wagnisses gezählt. |
| Anderskosten | Hierbei handelt es sich um Kosten, die grundsätzlich in der Buchhaltung mit aufgenommen werden können, die allerdings, um den kostenmäßigen Werteverzehr genau abbilden zu können, in einer anderen Höhe als Kosten verrechnet werden müssen. Hierbei handelt es sich ebenfalls um kalkulatorische Kosten, wie beispielsweise die kalkulatorische Abschreibung, die kalkulatorische Miete oder kalkulatorische Zinsen. |
Unterschied zwischen Einzahlung, Einnahme, Ertrag und Leistung
Aufbau des internen Rechnungswesens
Die Kostenartenrechnung
Die Kostenartenrechnung ist der Teilbereich des betrieblichen Rechnungswesens, der sich mit der Erfassung und Zuordnung aller Kostenarten im Unternehmen beschäftigt.
Welche Kostenarten gibt es in der Kostenartenrechnung
| Materialkosten | Kosten, die für den Einkauf von Materialien oder Rohstoffen anfallen, die zur Herstellung eines Produkts benötigt werden. |
| Personalkosten | umfassen die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter, einschließlich Sozialabgaben und sonstiger Personalkosten. |
| Betriebskosten | alle Kosten, die im Zusammenhang mit dem Betrieb eines Unternehmens anfallen, wie zum Beispiel Miete, Energiekosten, Versicherungen und Wartungskosten. |
| Abschreibungen | Kosten für den Wertverlust von Anlagevermögen im Laufe der Zeit. Sie werden verwendet, um den Nutzungszeitraum von Vermögenswerten wie Gebäuden oder Maschinen abzuschreiben. |
| Sonstige Kosten | umfassen alle anderen Kosten, die in keiner der oben genannten Kategorien erfasst werden können, wie z.B. Werbekosten oder Reisekosten. |
Die Kostenstellenrechnung
Die Kostenstellenrechnung ist der Teilbereich des betrieblichen Rechnungswesens, der die Kosten und Leistungen einzelner Abteilungen oder Bereiche eines Unternehmens erfasst und auswertet. Sie verfolgt das Ziel, die Kosten einer Organisation auf die einzelnen Kostenstellen zu verteilen und somit die Kostenverursacher zu identifizieren.
Die Vorteile für ein Unternehmen
- Kostentransparenz durch Zuordnung von Kosten zu bestimmten Kostenstellen.
- Effizienzsteigerung durch identifizieren und verbessern ineffizienter Prozesse.
- Entscheidungsfindung für strategische Entscheidungen innerhalb der verschiedenen Abteilungen.
- Budgetierung zum besseren erstellen und verwalten von Budgets.
Wie werden die Kosten auf die verschiedenen Kostenstellen verteilt
| Umlageverfahren | Hier werden die Gemeinkosten direkt auf die Kostenstellen verteilt. Hierbei werden die tatsächlich angefallenen Kosten den jeweiligen Kostenstellen zugeordnet. Dies kann zum Beispiel durch den Einsatz von Schlüsselzahlen oder Verhältnisgrößen (Treiber) erfolgen. |
| Zuschlagskalkulation | Hier werden die Kosten zunächst den Kostenträgern zugeordnet und dann auf die Kostenstellen verteilt. Hierbei werden den einzelnen Kostenträgern bestimmte Zuschlagssätze zugewiesen, die dann auf die Kostenstellen umgelegt werden. Diese Zuschlagssätze können zum Beispiel auf Basis von Arbeitsstunden oder Maschinenstunden berechnet werden. |
| Betriebsabrechnungsbogen (BAB) | Diese Methode teilt die Gemeinkosten auf die Kostenstellen auf der Grundlage von Schätzungen oder tatsächlichen Werten auf. |
| Divisionsverfahren | Diese Methode basiert auf der Annahme, dass die Gemeinkosten in Abteilungen aufgeteilt werden können, wobei jede Abteilung einen bestimmten Prozentsatz der Gemeinkosten erhält. |
| Direkte Zurechnung | Bei dieser Methode werden die Kosten direkt der entsprechenden Kostenstelle zugeordnet, ohne dass eine Verteilung auf andere Kostenstellen erfolgt. |
Die Kostenträgerrechnung
Die Kostenträgerrechnung ist ein Teilgebiet des Controllings, das sich mit der Erfassung, Zuordnung und Analyse von Kosten befasst, die auf bestimmte Produkte, Dienstleistungen oder Projekte entfallen.
Generell ist die Kostenträgerrechnung in allen Branchen sinnvoll, in denen ein genaues Verständnis der Kostenstruktur wichtig ist.
| Divisionskalkulation | Hierbei werden die Gemeinkosten nach einem Verteilungsschlüssel auf die Kostenträger umgelegt. |
| Zuschlagskalkulation | Bei dieser Methode werden die Kosten den Kostenträgern durch Zuschläge auf die Einzelkosten zugerechnet. |
| Grenzplankostenrechnung | Hierbei wird eine Grenzplankostenrechnung erstellt, um die Kosten der Produkte zu ermitteln. |
| Prozesskostenrechnung | Diese Methode eignet sich besonders für Unternehmen mit komplexen Prozessen, bei denen die Kosten den einzelnen Prozessen zugeordnet werden. |
| Activity-Based Costing (ABC) | Bei dieser Methode werden die Kosten den einzelnen Aktivitäten zugeordnet, die zur Herstellung des Produkts notwendig sind. |
Die Kostenträgerstückrechnung
Die Kostenträgerstückrechnung ist ein Verfahren der Kostenrechnung, das die Kosten und Erlöse eines Produkts oder einer Dienstleistung ermittelt und auf einzelne Stücke oder Einheiten verteilt.
Zunächst werden alle Kosten erfasst, die bei der Herstellung eines Produkts oder einer Dienstleistung anfallen. Dazu gehören
- Materialkosten,
- Personalkosten,
- Abschreibungen,
- Mieten,
- Energiekosten
- und viele weitere Kostenarten.
Diese Kosten werden dann den Kostenträgern zugeordnet.
Um die Gemeinkosten auf die Kostenträger umzulegen, wird ein Verteilungsschlüssel verwendet. Dieser Schlüssel kann auf verschiedene Weise bestimmt werden, zum Beispiel durch die Anzahl der produzierten Einheiten oder durch die Arbeitsstunden, die für die Herstellung benötigt wurden.
Durch die Kostenträgerstückrechnung kann das Unternehmen genau ermitteln, welche Produkte oder Dienstleistungen rentabel sind und welche nicht. Dadurch können Entscheidungen getroffen werden, welche Produkte aus dem Sortiment genommen werden sollten oder welche Preise angepasst werden müssen, um eine höhere Rentabilität zu erzielen
Die Kostenträgerstückrechnung wird in verschiedenen Branchen eingesetzt, um die Kosten und Erlöse einzelner Produkte oder Dienstleistungen zu ermitteln, wie zum Beispiel:
- Fertigungsindustrie
- Maschinenbau
- Automobilindustrie
- Bauindustrie
- Dienstleistungsunternehmen
Die Kostenträgerzeitrechnung
Die Kostenträgerzeitrechnung ist eine Methode zur Ermittlung der Kosten, die einem bestimmten Kostenträger (z.B. Produkt, Auftrag, Kunde) zurechenbar sind, unter Berücksichtigung der zeitlichen Aspekte.
Die Kostenträgerzeitrechnung setzt sich aus zwei Teilen zusammen: 1. Der Kostenartenrechnung, in der alle Kostenarten erfasst werden, die in einem Unternehmen anfallen. Dazu gehören zum Beispiel
- Materialkosten,
- Personalkosten,
- Abschreibungen und
- Zinsen.
2. Der Kostenstellenrechnung in der die Kosten den einzelnen Abteilungen oder Bereichen des Unternehmens zugeordnet werden.
Um die Kosten einem Kostenträger zuzuordnen, wird die Kostenträgerzeitrechnung eingesetzt. Dabei werden die Kosten der Kostenstellen auf die Kostenträger verteilt. Dies geschieht in der Regel auf Basis von Schlüsseln, die die Verteilung der Kosten auf die Kostenträger regeln.
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