Definitionen Rechnungswesen
Was ist Rechnungswesen?
Das betriebliche Rechnungswesen dient der Planung, Steuerung und Kontrolle des Unternehmensgeschehens. Dazu beinhaltet es verschiedene Verfahren zur systematischen Erfassung und Auswertung aller quantifizierbaren Vorgänge der Unternehmung.
Aufgabe des Rechnungswesens
Das Rechnungswesen dient zur Erfassung, Kontrolle und Auswertung betriebswirtschaftlicher Daten.
Die Hauptaufgaben des Rechnungswesens sind:
- Dokumentation: Alle Geschäftsvorfälle sind anhand von Belegen nachzuweisen.
- Information: Die Daten und Aufzeichnungen stellen wichtige Informationen für Finanzbehörden und die Unternehmensführung bereit.
- Kontrolle: Durch den innerbetrieblichen Informationsaustausch kann der Erfolg der unternehmerischen Tätigkeit kontrolliert werden. Die Überwachung von Wirtschaftlichkeit oder Liquidität haben einen großen Einfluss auf den Unternehmenserfolg.
- Planung: Die Aufbereitung der Zahlen ist Grundlage für strategische Entscheidungen.
Grundsätze des GoB
Für die „unteren“ GoB finden sich im Handelsgesetzbuch (HGB) zahlreiche Textstellen, wie zum Beispiel
- § 238 HGB: Buchführungspflicht
- § 240 f. HGB: Inventur und Inventaraufstellung
- § 243 ff. HGB: Aufstellung des Jahresabschlusses
- § 252 f. HGB: Bewertung der Vermögensgegenstände und der Schulden
Internes und externes Rechnungswesen
Externes Rechnungswesen
→ Hier geht es zur Mitschrift Externes Rechnungswesen
Das externe Rechnungswesen erfüllt im Grunde die gesetzlichen Anforderungen, genauer gesagt die Publizitätspflicht. Dabei erfüllt es die Aufgabe, externe Parteien zu informieren und ihnen gegenüber Rechenschaft abzulegen (z. B in Form des Jahresabschlusses).
Adressaten des externen Rechnungswesens sind beispielsweise:
- Arbeitnehmer
- Staat
- Öffentlichkeit
- Gesellschafter
- Kunden
- Gläubiger
Internes Rechnungswesen
→ Hier geht es zur Mitschrift Internes Rechnungswesen
Dagegen ist das interne Rechnungswesen (bzw. Controlling) nach innen gerichtet. Es ist eine wichtige Informationsquelle für die Geschäftsführung oder andere unternehmensinterne Stellen. Es beinhaltet die
- Überwachung
- Disposition
- Dokumentation
aller Zahlen, die im Zusammenhang mit dem innerbetrieblichen Leistungsprozess stehen. Ein wichtiges Teilgebiet ist dabei die Kosten- und Leistungsrechnung.
Unterschiede zwischen internem Rechnungswesen (Controlling) und externem Rechnungswesen (Finanzbuchhaltung)
Weiterhin gibt es
- Betriebswirtschaftliche Statistik und Vergleichsrechnung
- Planungsrechnung oder Budgetierung
auf die ich nicht weiter eingehe.
Wichtige Begriffe im Rechnungswesen
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Bilanzbuchhaltung | Wichtiger Bestandteil des externen Rechnungswesens. Die abschließende Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben, Vermögen und Schulden am Ende eines Geschäftsjahres. Mit ihrer Erstellung beschäftigt sich die Bilanzbuchhaltung. |
| Controlling | Bereich des internen Rechnungswesens. Dient der Geschäftsführung als Planungs-instrument und -hilfe. |
| Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) | Eine einfache Form der Gewinnermittlung. Nur für Unternehmen oder Freiberufler möglich, die nicht der Buchführungspflicht unterliegen. |
| Finanzbuchhaltung | Bereich des Rechnungswesens. Wird auch als externes Rechnungswesen bezeichnet. Sie dient der Erfassung des außerbetrieblichen Werteverkehrs. |
| Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) | Bestandteil des Jahresabschlusses oder der Bilanz. Sie ist eine Gegenüberstellung von Aufwendungen und Erträgen innerhalb einer bestimmten Periode. |
| Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) | Per Gesetz (§ 238 ff. HGB) sind Vorschriften festgelegt, welchen Anforderungen die Aufbewahrung eigener Steuerunterlagen (Belege, Bilanzen etc.) genügen müssen. |
| Planungsrechnung | Bereich des internen Rechnungswesens. Dient dem Erstellen eines Budgetplans für einen kommenden Zeitraum. |
| Vergleichsrechnung | Bereich des internen Rechnungswesens. Dient dem Vergleich des Ist-Zustands eines Betriebs, entweder mit anderen Unternehmen oder mit dem Betrieb selbst zu anderen Zeiträumen. |
