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Mein XKR-Projekt: Der Fahrplan für mehr Schärfe
So, es ist vollbracht! Mein 2005er Jaguar XKR 4.2 steht in der Garage. Ein absoluter Traumwagen, aber nach den ersten Fahrten ist klar: Er ist mehr komfortabler Cruiser als bissige Raubkatze. Das ändern wir jetzt!
Hier ist mein persönlicher Fahrplan, um aus dem Gleiter einen präzisen Sport-Tourer zu machen. Das Ziel: Mehr Gefühl, mehr Direktheit, mehr Fahrspaß – ohne ihn zur unkomfortablen Krawallbude zu verbasteln. Er soll sich einfach so anfühlen, wie seine Optik es verspricht.
Phase 1: Das Fahrwerk - Die Basis für alles
Hier steckt das größte Potenzial. Das Fahrwerk ist mir aktuell zu weich, zu entkoppelt. Das leicht Schwammige in Kurven und das indirekte Lenkgefühl müssen raus. Mein Plan ist eine komplette Überholung mit hochwertigen Teilen.
1.1 Das große Buchsen-Upgrade: Raus mit dem Gummi!
Mein Ziel: Alle wichtigen, weichen Gummilager an Vorder- und Hinterachse fliegen raus und werden durch straffere Polyurethan-Buchsen (PU) ersetzt. Das sollte für ein Gefühl „wie aus einem Guss“ sorgen.
Die Einkaufsliste:
- Powerflex PU-Buchsen-Set für die Vorderachse (Querlenker oben/unten, Lenkgetriebe, Stabi)
- Neue Spurstangenköpfe (z.B. Lemförder), wenn man schon dabei ist
- Powerflex PU-Buchsen-Set für die Hinterachse (Achsträger, Differential)
Selbst machen oder Werkstatt?
Vorderachse: Knifflig. Die Teile ausbauen schaffe ich in der Garage. Aber zum Aus- und Einpressen der Buchsen braucht man eine hydraulische Presse. Also: Teile selbst ausbauen und zum Pressen in die Werkstatt bringen, oder gleich komplett machen lassen.
Hinterachse: Keine Chance. Dafür muss der ganze Hinterachsträger raus. Das ist ein klarer Job für die Werkstatt mit Hebebühne und Spezialwerkzeug.
Was es bringt (Analyse Buchsen-Upgrade):
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Spürbar direkteres Einlenken | Aufwändige Montage (Presse, Werkstatt) |
| Stabiles Heck, kein „Schwimmen“ mehr | Minimale Komforteinbuße, man spürt die Straße mehr |
| Präzises Bremsverhalten | Nicht ganz billig |
1.2 Die Dämpfer: Bilstein B6 statt müder Originale
Mein Ziel: Die originalen CATS-Dämpfer sind nach den Jahren sicher nicht mehr die fittesten. Ich will mehr Kontrolle über die Karosserie, weniger Wanken, aber die adaptive CATS-Funktion unbedingt behalten.
Die Einkaufsliste:
- 2x Bilstein B6 DampTronic® Dämpfer für vorne
- 2x Bilstein B6 DampTronic® Dämpfer für hinten
- Ganz wichtig: Neue Domlager, Anschlagpuffer und Staubschutzmanschetten!
Selbst machen oder Werkstatt?
Das ist ein Job für erfahrene Schrauber. Vor dem Federspanner habe ich ordentlich Respekt – hier arbeite ich nur mit absolutem Profigerät. Wer sich unsicher ist: Bitte in die Werkstatt geben! Die Verletzungsgefahr ist hoch.
Was es bringt (Analyse Bilstein B6):
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Auto liegt wie ein Brett, kaum Wankneigung | Straffer als Serie, auf Kopfsteinpflaster merkt man's |
| CATS funktioniert weiterhin, nur auf sportlicherem Niveau | Die Teile haben ihren Preis |
| Fühlt sich viel sicherer bei hohem Tempo an | Die Montage mit dem Federspanner ist heikel |
Phase 2: Die Bremse - Ankern wie ein Großer
Die schon verbauten Brembo Performance-Zangen ist eine super Basis, aber der Druckpunkt ist mir zu teigig und bei Belastung will ich 100% Vertrauen haben. Also: Einmal alles neu, und zwar richtig.
Mein Ziel: Ein knallharter, perfekt dosierbarer Druckpunkt und absolute Standfestigkeit, auch wenn es mal heiß hergeht.
Die Einkaufsliste:
- Ein Satz Stahlflex-Bremsleitungen mit ABE
- Sportbremsscheiben, gelocht & geschlitzt (z.B. EBC Black Dash)
- Passende Sportbremsbeläge (mein Favorit für die Straße: EBC Redstuff)
- Frische, hochwertige Bremsflüssigkeit (z.B. ATE Typ 200)
Selbst machen oder Werkstatt?
Scheiben und Beläge wechseln ist ein Klassiker für die heimische Garage. Das traue ich mir locker zu. Die Stahlflex-Leitungen und das anschließende, super saubere Entlüften des Systems überlasse ich aber lieber der Werkstatt, um sicherzugehen, dass da keine Luft im System ist.
Was es bringt (Analyse Bremsen-Upgrade):
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Der Druckpunkt ist ein Traum: hart und direkt | Je nach Belag etwas mehr Bremsstaub |
| Kein Fading mehr, auch nicht nach der 10. Serpentine | Die Teile kosten mehr als Standardware |
| Sieht hinter den 20-Zöllern super aus |
Phase 3: Das Ansprechverhalten - Weg mit der Gedenksekunde!
Was mich wirklich nervt, ist diese kleine Verzögerung, wenn ich aufs Gas trete. Der Motor kann mehr, aber die Elektronik bremst ihn aus.
Mein Ziel: Eine sofortige, direkte Reaktion auf meinen Gasfuß. Wenn ich trete, soll er loslegen – und zwar sofort!
Die Einkaufsliste:
- Eine „Pedalbox“ (z.B. von DTE Systems)
Selbst machen oder Werkstatt?
Easy Job für einen Nachmittag! Das kann wirklich jeder selbst machen, dauert keine 15 Minuten.
Der Plan:
- Stecker am Gaspedal im Fußraum finden.
- Originalstecker abziehen.
- Pedalbox dazwischenstecken.
- Bedienelement am Armaturenbrett platzieren. Fertig!
Was es bringt (Analyse Pedalbox):
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Die Gasannahme ist wie verwandelt – super direkt! | Bringt keine echte Mehrleistung, fühlt sich nur so an |
| Fühlt sich im Stadtverkehr 100% agiler an | Kostet natürlich auch ein bisschen was |
| Total einfach einzubauen und spurlos rückrüstbar |
Der letzte, wichtigste Schritt: Alles perfekt einstellen!
Nach all der Schrauberei am Fahrwerk wäre es Wahnsinn, hier zu sparen. Bevor ich den „neuen“ XKR richtig genieße, geht's zum Profi für eine saubere, elektronische Achsvermessung. Erst dann spielen alle neuen Teile perfekt zusammen und die Reifen fahren sich nicht schief ab. Das ist das absolute Pflichtprogramm zum Abschluss!




